SoftPOS-Marktreport Q3 2026

Dieser Report zählt aus, was in der eigenen Datenbank steht — 124 Einträge, 28 Datenfelder je Eintrag, jeder mit Quelle und Prüfdatum. Keine Prognose, keine Umfrage, keine Schätzung: nur der Bestand zum Stichtag 01.09.2026, und wo er Lücken hat, steht das dabei.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-ResearchStand: 15.08.2026Datenbasis: 124 Anbieter, 14 KriterienMarktreport · 01.09.2026
Die drei Befunde dieser Ausgabe
  • Derselbe Anbieter verlangt je nach Markt bis zum 2,19-fachen. SumUp nimmt in Brasilien 0,80 % und in Frankreich 1,75 % — für dasselbe Produkt, verglichen ohne Monatsgebühr und ohne Interchange-Modelle.
  • 72 von 108 Anbietern veröffentlichen überhaupt keinen Preis. Wer im SoftPOS-Markt einen Satz nennt, gehört zur Minderheit von 36.
  • Nur 13 von 108 Anbietern akzeptieren die girocard. Im deutschsprachigen Raum ist das nach wie vor das schärfste Auswahlkriterium überhaupt.

Derselbe Anbieter, doppelter Preis

Für den Gebührenrechner wurden die Preisseiten der Anbieter in fünf Märkten einzeln abgerufen. Dabei fiel auf, was in einer Ein-Land-Betrachtung nie sichtbar wird: Anbieter, die überall dasselbe Produkt verkaufen, verlangen dafür sehr unterschiedliche Sätze. Verglichen wird hier nur Vergleichbares — der günstigste Tarif ohne Monatsgebühr, Interchange-plus-Modelle ausgenommen, weil „0,85 % plus Interchange“ keine 0,85 % sind.

AnbieterDeutschlandUKFrankreichSpanienBrasilienSpreizung
SumUp1,39 %1,69 %1,75 %1,49 %0,80 %2,19×
myPOS1,29 %1,10 %1,69 %1,45 %1,54×
Square (Block)1,75 %1,65 %1,25 %1,40×
PayPal / Zettle (PayPal POS)1,39 %1,75 %1,75 %1,49 %1,26×
Revolut Business0,80 %0,80 %0,80 %1,00×
Stripe1,40 %1,40 %1,40 %1,40 %1,00×
Viva.com1,69 %1,69 %1,69 %1,00×

Bemerkenswert ist die untere Hälfte der Tabelle: Stripe und Revolut verlangen in jedem Markt, in dem sie einen Preis nennen, exakt denselben Satz. Die Spreizung der anderen ist also keine regulatorische Notwendigkeit, sondern eine Preisentscheidung.

Preistransparenz: zwei von drei nennen keinen Preis

Von 108 händlergerichteten Anbietern veröffentlichen 36 einen nachvollziehbaren Transaktionssatz. 72 nennen keinen — „auf Anfrage“, ein Angebotsformular oder ein Rechner, der eine Umsatzangabe verlangt. Das ist keine Randerscheinung, sondern die Mehrheit des Marktes, und es ist der Grund, warum ein Gebührenrechner in diesem Markt überhaupt Arbeit macht.

girocard: 13 von 108

Nach belegbarer Quellenlage akzeptieren 13 Anbieter die girocard — teils nur über Co-Badge. Für einen deutschen Händler ist das die teuerste denkbare Fehlannahme: Ein Anbieter mit 1,29 % nützt nichts, wenn die Karte, die zwei Drittel seiner Kunden zücken, nicht durchgeht. Wo ein Anbieter es auf seiner deutschen Seite nicht ausdrücklich sagt, steht in der Datenbank „unklar“ und nicht „ja“.

Zertifizierung: MPoC setzt sich durch, langsam

28 der 124 Einträge nennen MPoC, 11 noch das ältere CPoC, 19 führen PCI DSS ohne nähere Angabe. Der Rest nennt gar keine Zertifizierung — bei einem Produkt, dessen ganzer Sicherheitsanspruch an genau dieser Zertifizierung hängt, ist das die auffälligste Leerstelle im Markt.

Bestand und Datenqualität

124 Einträge: 108 händlergerichtete Anbieter und 16 Enabler — Kartensysteme und Plattformen, die SoftPOS ermöglichen, ohne selbst an Händler zu verkaufen. Hauptsitze in 81 Ländern. Die Datenqualität wird je Eintrag ausgewiesen: 51 aus Primärquelle verifiziert, 43 aus Sekundärquellen, 30 unsicher und entsprechend markiert. Diese dritte Zahl steht hier, weil ein Report, der seine eigenen Lücken verschweigt, nichts wert ist.

Wie diese Zahlen entstanden sind

Jede Zahl in diesem Report ist aus der Datenbank ausgezählt, nicht geschätzt und nicht hochgerechnet. Grundlage sind 124 Einträge mit je 28 Feldern; jedes Preisfeld trägt die URL der Quelle und das Datum der Prüfung. Die Tarifsätze der fünf Marktvergleiche stammen aus 77 einzeln abgerufenen Tarifen der Anbieter-Preisseiten. Die Bewertungsformel liegt auf der Methodik-Seite offen. Wo eine Angabe fehlt, wird sie nicht ersetzt — sie fehlt.

Der Datensatz zum Herunterladen

Alle 124 Einträge stehen als CSV zur freien Nutzung mit Namensnennung bereit. Wer die Zahlen dieses Reports nachprüfen oder eigene Auswertungen rechnen will, braucht dafür keine Anfrage.

CSV herunterladen (Q3 2026) CSV · 124 Zeilen · Stand 01.09.2026

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Was in der nächsten Ausgabe gemessen wird

Diese Ausgabe ist die Nulllinie: der Datenstand zum 01.09.2026 ist gesichert, und die nächste Ausgabe vergleicht gegen ihn. Dann steht hier, welche Anbieter ihre Gebühr geändert haben, wer neu dazugekommen und wer vom Markt verschwunden ist, und ob sich die Zahl derer, die überhaupt einen Preis nennen, bewegt hat. Das ist die eigentliche Absicht hinter dem Quartalsrhythmus — eine Preisliste ist eine Momentaufnahme, eine Zeitreihe ist ein Argument.

Zitieren

Zahlen und Tabellen dieses Reports dürfen mit Quellenangabe frei verwendet werden. Bitte so: SoftPOS24, SoftPOS-Marktreport Q3 2026, Stand 01.09.2026, softpos24.com/marktreport/. Für Rückfragen, Rohdaten oder eine Auswertung nach einem bestimmten Markt: info@softpos24.com.

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Dies ist die erste Ausgabe.