Gebührenrechner: Was kostet Sie Kartenzahlung wirklich? (08/26)

Ein Prozentsatz auf der Werbeseite sagt Ihnen nichts. Was zählt, sind die Kosten im Jahr — und die hängen an Ihrem Umsatz, Ihrem durchschnittlichen Bonwert und daran, wie viele Ihrer Kunden mit girocard statt mit Kreditkarte zahlen. Genau das rechnet dieser Rechner, über 27 Tarife von 16 Anbietern für Deutschland.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-ResearchStand: 15.08.2026Datenbasis: 121 Anbieter, 14 KriterienTarife: 21.08.2026
Warum kleine Bonwerte alles ändern

Ein Tarif mit 0,80 % + 0,10 € klingt günstiger als einer mit 1,39 %. Bei einem Bonwert von 50 € stimmt das auch. Bei einem Bonwert von 8 € — Bäckerei, Wochenmarkt, Kiosk — kostet der erste Tarif 1,85 % und ist damit deutlich teurer. Die fixe Gebühr je Transaktion ist der am häufigsten übersehene Kostentreiber im deutschen Markt.

70 %

Das entspricht rund 333 Kartenzahlungen im Monat.

Typische Profile:

Alle Tarife, sortiert nach Kosten im ersten Jahr (27)

#Anbieter und Tarif1. Jahrpro Monat davon TransaktionGrundgebühr/Jahreinmalig Merkmale

Was der Rechner rechnet — und was nicht

Enthalten

  • Transaktionsgebühr in Prozent, getrennt nach Debit und Kreditkarte
  • Fixe Gebühr je Transaktion, wo der Anbieter eine erhebt
  • Mindestgebühr je Transaktion — bei kleinen Bonwerten der Posten, der die Rangfolge dreht
  • Monatliche Grundgebühr über zwölf Monate
  • Einmalige Kosten für Aktivierung, App oder Lizenz
  • Festpreistarife mit Umsatzdeckel und Übervolumen-Aufschlag

Nicht enthalten

  • Hardware-Kaufpreise — bei den Smartphone-Lösungen fallen keine an, bei Terminals schon
  • Aufschläge für Firmen-, Amex- und Nicht-EWR-Karten
  • Gebühren für Rückerstattungen und Chargebacks
  • Umsatzsteuer — nur wenige Anbieter deklarieren netto oder brutto
  • Kosten eines Kassensystems, einer TSE oder eines Geschäftskontos
Ehrlich gesagt: Von den 28 Anbietern, die Deutschland als Markt angeben, veröffentlichen nur 16 überhaupt einen nachvollziehbaren Preis — 23 der 27 Tarife hier stammen aus einer offiziellen Preisliste, der Rest aus Sekundärquellen und ist entsprechend markiert. Alle anderen sagen „auf Anfrage“. Ein Rechner kann diese Anbieter nicht abbilden, ohne zu raten, und geraten wird hier nicht.

Häufige Fragen

Warum ist der billigste Prozentsatz nicht automatisch der billigste Tarif?

Weil drei Dinge zusammenkommen: der Prozentsatz, eine mögliche Fixgebühr je Transaktion und die monatliche Grundgebühr. Ein Abo für 19 € im Monat mit 0,79 % rechnet sich erst ab einem bestimmten Umsatz gegen einen Tarif ohne Grundgebühr mit 1,39 %. Der Rechner zeigt Ihnen genau diesen Punkt, wenn Sie den Umsatz verschieben.

Was ist ein realistischer Bonwert?

Er ist die wichtigste Eingabe und wird fast immer zu hoch geschätzt. In der Gastronomie liegt er typischerweise bei 20 bis 35 €, im Lebensmitteleinzelhandel bei 10 bis 25 €, beim Friseur bei 35 bis 55 €, im Handwerk bei mehreren hundert Euro. Wer ihn nicht kennt: Kartenumsatz des letzten Monats geteilt durch die Anzahl der Kartenzahlungen.

Warum steht bei manchen Anbietern „girocard unklar“?

Weil der Anbieter auf seiner deutschen Seite nicht ausdrücklich sagt, ob das girocard-Verfahren unterstützt wird. Das ist häufiger, als man denkt. Wir tragen es dann nicht als „ja“ ein — für einen deutschen Händler ist das der teuerste denkbare Irrtum.

Sind die Preise netto oder brutto?

Uneinheitlich, und die wenigsten Anbieter sagen es. Ausdrücklich netto sind unter anderem PayPal Zettle und die Preisliste von Commerz Globalpay. Bei den meisten anderen steht es nicht dabei. Rechnen Sie im Zweifel mit netto und schlagen Sie die Umsatzsteuer auf.

Wie oft werden die Tarife aktualisiert?

Der aktuelle Stand ist der 21.08.2026. Aktionsraten haben ein Enddatum, das in der Tabelle vermerkt ist — Nexi etwa wirbt mit 0,99 % nur bis zum 31.08.2026, danach gelten laut eigener Shop-Seite 1,69 %. Vor Vertragsschluss immer die Preisliste des Anbieters prüfen; sie ist auf jedem Anbieterprofil verlinkt.

Rechnet der Rechner auch Kartenterminals?

Ja, soweit die Anbieter Preise veröffentlichen. Wer wissen will, ob sich Miete, Kauf oder das eigene Smartphone lohnt, findet die Gegenüberstellung unter Kartenlesegerät mieten.