Kartenterminal oder Smartphone? Was 2026 wirklich zählt (08/26)

Seit 2023 kann jedes NFC-fähige Smartphone Karten annehmen — auch das iPhone. Damit ist die Frage nach dem eigenen Gerät zum ersten Mal eine echte Wahl und keine Selbstverständlichkeit mehr.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-ResearchStand: 15.08.2026Datenbasis: 121 Anbieter, 14 Kriterien
Die kurze Antwort

Für den Großteil der kleinen Betriebe reicht das Smartphone: keine Anschaffung, kein zweites Gerät, keine Vertragsbindung. Ein eigenes Terminal lohnt sich, wenn Sie viele Zahlungen hintereinander abwickeln, einen Bondrucker brauchen, eine Kassenanbindung benötigen oder Ihr Personal nicht mit dem Privathandy kassieren soll. Der teuerste Weg ist fast immer die Miete mit langer Laufzeit.

Kartenterminal

  • Bondrucker eingebaut, kein zweites Gerät für den Beleg
  • Schnell hintereinander bedienbar, robust im Dauerbetrieb
  • Kassenanbindung: Betrag kommt direkt aus dem Kassensystem
  • Eigene SIM-Karte möglich, unabhängig vom Diensthandy
  • Anschaffung 29 bis 200 €, oder Miete mit 24 bis 48 Monaten Bindung
  • Beim Anbieterwechsel meist wertlos — Terminals sind an den Acquirer gebunden
  • Zusätzliches Gerät, das geladen, gewartet und ersetzt werden muss
gegen

Smartphone mit SoftPOS

  • Keine Anschaffung, kein zweites Gerät, sofort startklar
  • Meist ohne Vertragsbindung — Anbieterwechsel kostet nichts
  • Jedes zusätzliche Personal ist ein zusätzlicher Kassenplatz
  • Ideal mobil: beim Kunden, am Stand, im Fahrzeug
  • Kein Bondrucker — der Beleg muss digital bereitgestellt werden
  • Akku hält keine volle Schicht bei Dauerbetrieb
  • Braucht ein NFC-fähiges Gerät: iPhone XS oder neuer, Android mit NFC
  • Nicht jede Lösung beherrscht die PIN-Eingabe für Beträge über 50 €

Der Kostenvergleich am schwierigsten Fall

Kleine Beträge sind der Fall, in dem sich Tarife am stärksten unterscheiden. Gerechnet für 5.000 € Monatsumsatz bei 12 € Bonwert — Marktstand, Kiosk, Bäckerei:

#Anbieter und TarifKosten 1. Jahrpro MonatMerkmale
1SumUp
Zahlungen Plus
702 €
günstigster
58,50 €girocard Anbieterpreisliste
2VR Payment (Genossenschaftliche FinanzGruppe)
Fixpreis L
719 €
+17 €
59,90 €girocard Anbieterpreisliste
3Viva.com (ehem. Viva Wallet)
Null
761 €
+59 €
63,40 €girocard nicht veröffentlicht Anbieterpreisliste
4Flatpay
Flatrate
774 €
+72 €
64,50 €girocard Sekundärquelle
5Tippie (tippiePay)
Business
780 €
+78 €
65,00 €girocard nicht veröffentlicht Anbieterpreisliste
6PAYONE
Tap on Mobile
828 €
+126 €
69,00 €girocard nicht veröffentlicht Anbieterpreisliste

Was auffällt: Die Tarife mit den niedrigsten beworbenen Prozentsätzen stehen hier nicht vorn. Bei 12 € Bonwert entspricht eine Fixgebühr von zehn Cent 0,83 Prozentpunkten. Stand 21.08.2026.

Der Beleg ist der praktische Knackpunkt

Ohne Bondrucker muss der Beleg elektronisch bereitgestellt werden. Die Finanzverwaltung lässt das ausdrücklich zu — als QR-Code auf dem Display, per E-Mail, als Download-Link oder über NFC. Wichtig ist eine Einzelheit, die viele übersehen: Die bloße Anzeige auf dem Display genügt nicht. Der Kunde muss den Beleg tatsächlich entgegennehmen können. Ein QR-Code zum Abfotografieren erfüllt das, eine reine Anzeige der Belegdaten nicht. Die Fundstelle und die Einzelheiten stehen unter Belegausgabepflicht.

Wenn es doch ein Gerät sein soll: mieten oder kaufen?

Die Miete ist der teuerste Weg — Bindungen von 24 bis 48 Monaten sind im deutschen Markt üblich. Die belegten Mietpreise und die Gegenrechnung stehen unter Kartenlesegerät mieten.

Häufige Fragen

Ist SoftPOS genauso sicher wie ein Kartenterminal?

Ja, wenn die Lösung nach PCI MPoC oder CPoC zertifiziert ist. Die Kartendaten werden nie im Klartext auf dem Telefon gespeichert; die Zahlung läuft über ein Einmal-Token. Der Filter „nur PCI-MPoC“ im Anbieter-Vergleich zeigt die zertifizierten Anbieter.

Welche Smartphones können Kartenzahlung?

Auf iOS ab dem iPhone XS mit aktueller iOS-Version. Auf Android jedes Gerät mit NFC und Host-Card-Emulation — die Anbieter führen dafür meist eigene Gerätelisten, weil nicht jede NFC-Implementierung freigegeben ist.

Kann ich mit dem Handy auch Beträge über 50 Euro annehmen?

Ja, aber nur wenn die Lösung eine zertifizierte PIN-Eingabe auf dem Display beherrscht. Ohne die scheitert jede Zahlung, für die die Karte eine starke Kundenauthentifizierung verlangt.

Was passiert, wenn das Handy kaputtgeht?

Sie laden die App auf einem anderen Gerät und melden sich an — Ihr Konto liegt beim Anbieter, nicht auf dem Telefon. Das ist ein Vorteil gegenüber dem Terminal, dessen Ausfall einen Ersatz und meist einen Serviceeinsatz erfordert.

Brauche ich für SoftPOS eine TSE?

Nur wenn die App auch Barverkäufe erfassen kann oder als vollwertige Kasse betrieben wird. Die Herleitung mit den Normen steht unter TSE und SoftPOS.