Tap to Pay: das Handy als Kartenterminal — Stand in Deutschland
Seit dem 25. Juni 2024 können Händler in Deutschland Kartenzahlungen direkt auf dem iPhone annehmen, seit dem 3. September 2024 auch die girocard. Diese Seite sagt, was der Begriff genau meint, welche Geräte ihn können, welche Anbieter ihn in Deutschland anbieten und was er kostet — jede Angabe mit Quelle.
Tap to Pay bezeichnet die Annahme kontaktloser Kartenzahlungen auf einem normalen Smartphone — ohne Lesegerät, ohne Kabel. Der Kunde hält Karte, Handy oder Uhr an das Telefon des Händlers. Technisch heißt die Gattung SoftPOS; „Tap to Pay on iPhone“ ist der Name des Apple-Programms, das in Deutschland seit dem 25. Juni 2024 verfügbar ist. Nötig sind ein iPhone XS oder neuer mit aktuellem iOS und die App eines zugelassenen Zahlungsdienstleisters — Apple selbst verlangt vom Händler nichts. Die girocard läuft seit dem 3. September 2024 über Sparkasse POS; die meisten anderen Anbieter nehmen nur Visa und Mastercard.
Inhalt
- Zwei Bedeutungen, ein Begriff — zahlen oder kassieren
- Tap to Pay in Deutschland: Zeitleiste und Beteiligte
- Tap to Pay on iPhone: Voraussetzungen und Einrichtung
- Tap to Pay auf Android: die härteren Gerätehürden
- Welche Anbieter Tap to Pay in Deutschland anbieten
- Was Tap to Pay kostet
- Die girocard-Frage
- Warum das sicher ist — und woran man das erkennt
- Mehrere Geräte, mehrere Mitarbeiter
- Tap to Pay außerhalb Deutschlands
- Grenzen und typische Stolpersteine
- Fazit: für wen sich der Einstieg lohnt
Zwei Bedeutungen, ein Begriff — zahlen oder kassieren
Wer „Tap to Pay“ sucht, meint eines von zwei völlig verschiedenen Dingen. Beide Gruppen landen auf denselben Ergebnisseiten, und das ist der Grund, warum so viele Erklärungen aneinander vorbeireden:
- Bezahlen. Sie halten Ihr eigenes Handy an ein Terminal im Laden. Das ist Apple Pay, Google Pay oder eine Bank-App — eine Wallet auf Ihrem Gerät, kostenlos, seit Jahren Alltag.
- Kassieren. Sie nehmen Geld an, und zwar auf Ihrem eigenen Handy. Ihr Telefon ersetzt das Kartenlesegerät. Das ist gemeint, wenn Apple, SumUp oder die Sparkasse von „Tap to Pay“ sprechen, und darum geht es auf dieser Seite.
Der Unterschied ist nicht sprachlicher Natur. Beim Bezahlen liest ein fremdes Gerät Ihre Karte; beim Kassieren wird Ihr Gerät selbst zum Lesegerät — und muss dafür Anforderungen erfüllen, die ein Bezahlvorgang nie stellt. Genau daraus ergeben sich die Gerätelisten weiter unten.
Ein dritter Begriff geistert dazwischen: SoftPOS. Er bezeichnet die Technikgattung, also alles, was ein Standardgerät ohne Zusatzhardware zum Terminal macht. „Tap to Pay“ ist die Vermarktungsvokabel dafür, „Tap to Phone“ und „Tap on Mobile“ sind weitere. Wie die Technik im Inneren arbeitet und wo die Grenze zu mPOS-Aufsteckern liegt, steht im Grundlagenartikel Handy als Kartenlesegerät.
Tap to Pay in Deutschland: Zeitleiste und Beteiligte
Deutschland kam spät, dafür mit einer Besonderheit, die kein anderer großer Markt hat: der girocard.
| Datum | Was passiert ist | Beleg |
|---|---|---|
| 25.06.2024 | Apple startet Tap to Pay on iPhone in Deutschland. Erste Zahlungsplattformen laut Apple: Adyen, Commerz Globalpay, myPOS, Nexi, SumUp und Viva. | Apple Newsroom ↗ |
| 2024, später im Jahr | Angekündigt als Nachzügler: mollie, PAYONE, Revolut, Sparkassen-Finanzgruppe und Stripe. | Apple Newsroom ↗ |
| 03.09.2024 | Die Sparkassen bringen girocard-Zahlungen per Tap to Pay on iPhone unter dem Namen Sparkasse POS. | S-Payment ↗ |
Damit ist Deutschland einer der wenigen Märkte, in denen das nationale Debitsystem über das iPhone läuft. Für den stationären Handel ist das der entscheidende Punkt — und er ist der Grund, warum ein Anbietervergleich hierzulande anders ausgeht als in Spanien oder Brasilien.
Apple erhebt vom Händler keine eigene Gebühr; die Kosten entstehen ausschließlich beim Zahlungsdienstleister, dessen App Sie nutzen.
Tap to Pay on iPhone: Voraussetzungen und Einrichtung
Die Anforderungen sind bewusst knapp gehalten. Apple schreibt zum Deutschlandstart: „Händler die Akzeptanz kontaktloser Zahlungen über eine unterstützende iOS App auf einem iPhone Xs oder höher mit der neuesten iOS Version freischalten.“ Und weiter: „Es wird keine zusätzliche Hardware benötigt.“
Was Sie brauchen
- iPhone XS oder neuer. Ältere Modelle scheiden aus, auch wenn sie NFC haben — das Sicherheitsmodul der neueren Geräte ist Voraussetzung.
- Aktuelles iOS. Manche Anbieter setzen eine bestimmte Mindestversion; Sparkasse POS nennt auf der eigenen Produktseite „iOS Version 18.6 oder neuer“.
- Die App eines zugelassenen Anbieters und einen Vertrag mit ihm. Ohne Zahlungsdienstleister gibt es kein Tap to Pay — Apple stellt die Schnittstelle, nicht das Konto.
- Eine Internetverbindung. Mobilfunk genügt, WLAN auch.
So schalten Sie Tap to Pay auf dem iPhone frei
- Anbieter wählen und Konto eröffnen — Identitätsprüfung und Bankverbindung gehören dazu.
- Die App des Anbieters aus dem App Store laden und anmelden.
- In der App die Kartenannahme aktivieren. Beim ersten Mal führt Apple durch eine kurze Einrichtung; dabei wird die Funktion für Ihr Gerät und Ihr Händlerkonto verknüpft.
- Betrag eingeben, Karte oder Wallet des Kunden an die obere Rückseite des iPhones halten.
- Bei höheren Beträgen gibt der Kunde die PIN auf Ihrem Display ein. Beleg per E-Mail, SMS oder QR-Code.
Welche Karten das iPhone annimmt
Apple nennt „kontaktlose Kredit- und Debitkarten von führenden Zahlungsnetzwerken wie American Express, Discover, Mastercard und Visa“ sowie Apple Pay, Apple Watch und andere digitale Wallets. Welche dieser Karten Sie tatsächlich abrechnen können, entscheidet aber Ihr Anbieter, nicht Apple: Amex etwa muss separat freigeschaltet sein, und die girocard bekommen Sie nur über einen Anbieter, der sie führt.
Tap to Pay auf Android: die härteren Gerätehürden
Auf Android heißt die Funktion bei den meisten Anbietern ebenfalls „Tap to Pay“, ist aber kein einheitliches Programm eines Herstellers, sondern eine Lösung des jeweiligen Zahlungsdienstleisters. Deutschland gehört zu den unterstützten Märkten. Die Geräteanforderungen sind deutlich strenger als auf dem iPhone, weil die Android-Welt heterogen ist und die Prüfung deshalb am einzelnen Gerät hängt. Stripe verlangt für sein Tap-to-Pay-Angebot unter anderem:
- Android 13 oder neuer und ein funktionierender, fest verbauter NFC-Sensor
- kein gerootetes Gerät, gesperrter und unveränderter Bootloader, unveränderte Hersteller-Firmware
- Google Mobile Services mit installiertem Play Store — Geräte ohne GMS-Zertifizierung werden abgewiesen
- ein Sicherheitsupdate aus den letzten zwölf Monaten
- abgeschaltete Entwickleroptionen; Emulatoren sind ausgeschlossen
Für die PIN-Eingabe kommt hinzu, dass keine Bildschirmaufnahme läuft, keine Overlay-Fenster offen sind und keine Bedienungshilfen aktiv sind. Klingt nach Kleinkram, ist aber der häufigste Grund, warum Tap to Pay auf einem Android-Gerät plötzlich die PIN verweigert.
Welche Anbieter Tap to Pay in Deutschland anbieten
Die folgende Übersicht zieht aus unserer Datenbank alle Anbieter, die Deutschland als Markt angeben und iOS unterstützen — die beiden Bedingungen, ohne die Tap to Pay on iPhone gar nicht in Frage kommt. 22 von 108 verglichenen Anbietern erfüllen beide. Ob ein Anbieter dabei das Apple-Programm nutzt oder eine eigene Lösung, steht auf seinem Profil; die Transaktionsgebühr ist jeweils mit der Preisseite belegt.
| Anbieter | Produkt | Transaktion | girocard | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Stripe | Stripe Tap to Pay (Teil von Stripe Terminal) | ab 1,50 % | nein | Preisseite ↗ |
| Nexi (Nexi Group) | Nexi SoftPOS / Tap to Pay on iPhone / Tap to Pay on Android (in der MyPayments-App) | ab 1,19 % | ja | Preisseite ↗ |
| Viva.com | Viva.com Terminal App – Tap to Pay on iPhone / Tap on Phone (Android) | ab 1,16 % | nein | Preisseite ↗ |
| SumUp | SumUp Tap to Pay (Tap to Pay on iPhone / Tap to Pay on Android) | ab 0,79 % | nein | Preisseite ↗ |
| myPOS | myPOS Glass (Tap to Pay on Android / Tap to Pay on iPhone) | ab 1,10 % | nein | Preisseite ↗ |
| Rubean AG | PhonePOS | ab 0,89 % | ja | Preisseite ↗ |
| Worldline | Worldline Tap on Mobile | ab 1,30 % | ja | Preisseite ↗ |
| PayPal / Zettle (PayPal POS) | PayPal POS Tap to Pay (ehem. Zettle Tap to Pay) | ab 1,75 % | nein | Preisseite ↗ |
| Adyen | Adyen Tap to Pay (Tap to Pay on iPhone / on Android) | auf Anfrage | nein | Preisseite ↗ |
| Revolut Business | Revolut Tap to Pay on iPhone | ab 0,80 % | nein | Preisseite ↗ |
| Mollie | Mollie Tap to Pay on iPhone / Mollie Tap | ab 2,90 % | nein | Preisseite ↗ |
| PAYONE | PAYONE Tap on Mobile (SoftPOS) / Tap to Pay on iPhone; technischer Betreiber der Sparkassen-Lösung | ab 0,89 % | ja | Preisseite ↗ |
| Flatpay | Flatpay Tap to Pay | ab 1,49 % | nein | Preisseite ↗ |
| bunq | bunq Business Tap to Pay | ab 1,50 % | nein | Preisseite ↗ |
| Softpay | Softpay SoftPOS / Softpay SDK (Tap to Pay on iPhone & Android) | auf Anfrage | ja | Preisseite ↗ |
| Hobex | Hobex SoftPOS / Tap to Pay | ab 0,85 % | nein | Preisseite ↗ |
| Commerz Globalpay | GP tom (SoftPOS) / Tap to Pay on iPhone | ab 1,29 % | ja | Preisseite ↗ |
| Elavon Europe | Elavon SoftPOS (mit Softpay) | auf Anfrage | nein | Preisseite ↗ |
| Tippie (tippiePay) | tippiePay | ab 1,30 % | nein | Preisseite ↗ |
| RS2 (Beyond by RS2) | Beyond by RS2 – SoftPOS | auf Anfrage | nein | Preisseite ↗ |
| BNP Paribas (Axepta) | Axepta Tap to Pay / SoftPOS | auf Anfrage | nein | Preisseite ↗ |
| BrandPOS | BrandPOS SoftPOS | auf Anfrage | nein | Preisseite ↗ |
Sortiert nach unserem Gesamtscore. Angaben ohne Gewähr, Stand der Datenbank 15.08.2026 — maßgeblich ist die Preisliste des Anbieters. Die vollständige Liste mit Filtern steht im Anbieter-Vergleich, die deutschen Tarife im Kartenterminal-Vergleich für Deutschland.
Was Tap to Pay kostet
Das Programm selbst kostet nichts: Weder Apple noch Google verlangen vom Händler eine Gebühr für die Nutzung. Bezahlt wird der Zahlungsdienstleister, und dessen Preis besteht aus mehr als dem beworbenen Prozentsatz. Zwei belegte Beispiele aus dem deutschen Markt, beide von den Anbieterseiten:
| Anbieter | Was dort steht | Beleg |
|---|---|---|
| SumUp | „Sie zahlen einfach nur die pauschale Gebühr von 1,39 % pro Zahlung – ganz ohne Aktivierungsgebühr, ohne versteckte monatliche Kosten, ohne Umsatzsteuer und ohne Vertragsbindung.“ | sumup.com ↗ |
| Sparkasse POS | „Pro Kartenzahlung fällt ein kartentypabhängiger Entgelt ab 0,79 Prozent, zzgl. 0,10 Euro pro Transaktion an.“ Dazu „Keine laufenden Kosten und monatlich kündbar“ und „Einrichtung 1,00 Euro statt 39,00 Euro“ für Neuabschlüsse bis 31.12.2026. | sparkasse-pos.de ↗ |
Die beiden Angebote sind nicht direkt vergleichbar, und genau das ist der Punkt. Ein Pauschalsatz ohne Fixbetrag gewinnt bei kleinen Bons: 1,39 % von 4 € sind 5,6 Cent. Ein Satz ab 0,79 % plus 10 Cent kostet auf dieselben 4 € rund 13 Cent — also mehr als das Doppelte, obwohl der Prozentsatz niedriger aussieht. Bei 80 € Bonwert kehrt sich das Verhältnis um.
Welcher Tarif für Ihren Umsatz und Ihren Durchschnittsbon vorn liegt, rechnet der Gebührenrechner aus. Welche Kostenblöcke es überhaupt gibt und welche gern übersehen werden, steht im Kostenvergleich.
Die girocard-Frage
Rund die Hälfte der Kartenzahlungen in Deutschland läuft über die girocard. Wer nur Visa und Mastercard annimmt, schickt einen Teil seiner Kunden wieder weg — und merkt es nicht, weil niemand sagt, warum er ohne Einkauf geht.
Dass „Debitkarte“ und „girocard“ nicht dasselbe sind, ist die teuerste Verwechslung in diesem Thema: Eine Visa-Debitkarte ist eine Debitkarte, aber keine girocard. Der Unterschied steht unter girocard gegen Debitkarte.
Warum das sicher ist — und woran man das erkennt
Der berechtigte Einwand lautet: Ein Telefon ist kein zertifiziertes Terminal. Richtig — deshalb gibt es für genau diesen Fall einen eigenen Standard. Drei Dinge zusammen machen Tap to Pay belastbar:
- Die Karte gibt keine Klartextdaten heraus. Über NFC geht ein kryptografisches Einmal-Token, kein Kartennummer-Abzug. Was das Telefon sieht, ist für einen zweiten Kauf wertlos.
- Die PIN läuft durch eine gehärtete Umgebung. Auf dem iPhone übernimmt das Secure Element, auf Android eine geprüfte Softwareumgebung mit Geräteattestierung — deshalb die harten Gerätebedingungen oben.
- Es gibt eine Zertifizierung, die man erfragen kann. Sie heißt PCI MPoC und hat die älteren Standards CPoC und SPoC abgelöst. Nennt ein Anbieter sie nicht, heißt das nicht automatisch, dass sie fehlt — er nutzt womöglich die Plattform eines zertifizierten Partners. Nachprüfen können Sie es dann aber nicht.
Wer das Geld am Ende tatsächlich bewegt, ist übrigens nicht die App, sondern ein Acquirer mit Zulassung der Kartensysteme. Der steht im Kleingedruckten Ihres Vertrags und ist der Grund, warum Auszahlungsdauer und Reklamationswege je Anbieter so verschieden sind.
Mehrere Geräte, mehrere Mitarbeiter
Ein Punkt, den die Werbeseiten aussparen, obwohl er über den Alltag entscheidet: Sobald mehr als eine Person kassiert, ist Tap to Pay kein Einzelgerätethema mehr. Drei Fragen sollten Sie vor dem Vertrag stellen — die Antworten unterscheiden sich zwischen Anbietern erheblich:
- Wie viele Geräte dürfen an einem Händlerkonto hängen? Manche Anbieter erlauben beliebig viele Anmeldungen, andere koppeln die Freischaltung an ein Gerät und verlangen für jedes weitere einen eigenen Zugang.
- Gibt es getrennte Benutzer mit eigenen Rechten? Ohne Mitarbeiterkonten sieht jeder, der kassiert, auch Umsätze, Auszahlungen und Stammdaten — und kann in vielen Apps stornieren.
- Lassen sich Umsätze je Person oder je Gerät auswerten? Das brauchen Sie spätestens bei der Kassenabstimmung am Abend, und nachrüsten lässt es sich nicht.
Praktisch heißt das: Auf einem privaten Mitarbeitertelefon ist Tap to Pay eine schlechte Idee. Das Gerät geht dem Betrieb verloren, wenn die Person kündigt, und die Zahlungs-App liegt zwischen privaten Apps, die Overlays und Bedienungshilfen nutzen — genau das, was die PIN-Eingabe auf Android blockiert. Ein günstiges, ausschließlich dafür genutztes Diensttelefon ist meist die ruhigere Lösung.
Tap to Pay außerhalb Deutschlands
Tap to Pay ist kein deutsches Thema, sondern ein länderweise freigeschaltetes. Apple gibt „Tap to Pay on iPhone“ Markt für Markt frei; auf Android hängt die Verfügbarkeit am jeweiligen Zahlungsdienstleister. Stripe etwa listet für sein Android-Angebot unter anderem Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien, Irland, Polen, Portugal und Großbritannien als verfügbar und Spanien und Mexiko als Vorschau (Stripe-Dokumentation ↗).
Für Sie ist daran zweierlei wichtig. Erstens: Ein Anbieter, der Tap to Pay „hat“, hat es nicht überall — wer im Ausland kassiert, muss Land und Anbieter zusammen prüfen. Zweitens: Die Preise unterscheiden sich zwischen Märkten stärker als zwischen Anbietern, weil Interchange-Obergrenzen und Kartenmix national geregelt sind. Ein brasilianischer Satz von 0,57 % ist deshalb kein Angebot, das Sie in Karlsruhe bekommen. Wie groß diese Unterschiede sind, zeigt unser Marktreport; die Anbieter je Region filtert der Anbieter-Vergleich.
Grenzen und typische Stolpersteine
- Der Akku. Display an, NFC an, den ganzen Markttag: ohne Powerbank wird das knapp.
- Kein Papierbon. Belege gehen digital raus. Wo Papier erwartet wird, brauchen Sie einen Bluetooth-Drucker — und der Hardware-Vorteil schrumpft.
- Die Kasse bleibt Ihre Aufgabe. Tap to Pay wickelt die Zahlung ab, nicht die Kassenführung. TSE-Pflicht und GoBD gelten unverändert; dazu TSE und SoftPOS und Kassensystem und Kartenzahlung.
- Trinkgeld und Splitting kann nicht jede App. In der Gastronomie vor Vertragsschluss testen.
- Unbeaufsichtigter Betrieb ist ausgeschlossen. Automaten und SB-Terminals sind von MPoC nicht abgedeckt.
- Ein Diensthandy ist kein Privathandy. Wer kassiert, gibt das Gerät aus der Hand. Für Mitarbeitergeräte lohnt eine getrennte Einrichtung.
Fazit: für wen sich der Einstieg lohnt
Tap to Pay ist der günstigste Weg, überhaupt Karten anzunehmen: kein Gerät, keine Grundgebühr bei vielen Anbietern, in einer Stunde startklar. Für Marktstände, Handwerk auf Montage, Friseure, Hebammen, mobile Dienstleister und alle, die heute noch „nur Bargeld“ sagen müssen, ist die Rechnung einfach.
Drei Fragen entscheiden über die Anbieterwahl, und zwar in dieser Reihenfolge: Brauchen Sie die girocard? Wie hoch ist Ihr Durchschnittsbon — er entscheidet, ob ein Fixbetrag pro Zahlung wehtut? Und binden Sie sich an eine Laufzeit? Wer stationär in Deutschland verkauft, sollte bei der ersten Frage nicht sparen.
Alle 108 Anbieter vergleichen →
Häufige Fragen zu Tap to Pay
Was bedeutet Tap to Pay genau?
Tap to Pay bezeichnet die Annahme kontaktloser Kartenzahlungen direkt auf einem Smartphone, ohne zusätzliches Lesegerät. Der Kunde hält Karte, Handy oder Smartwatch an das Telefon des Händlers. Nicht zu verwechseln mit dem Bezahlen per Apple Pay oder Google Pay — dabei halten Sie Ihr eigenes Gerät an ein fremdes Terminal.
Seit wann gibt es Tap to Pay in Deutschland?
Tap to Pay on iPhone ist in Deutschland seit dem 25. Juni 2024 verfügbar. Zum Start dabei waren laut Apple Adyen, Commerz Globalpay, myPOS, Nexi, SumUp und Viva; mollie, PAYONE, Revolut, die Sparkassen-Finanzgruppe und Stripe folgten im selben Jahr. girocard-Zahlungen sind seit dem 3. September 2024 über Sparkasse POS möglich.
Welches iPhone brauche ich für Tap to Pay?
Ein iPhone XS oder neuer mit der aktuellen iOS-Version. Einzelne Anbieter setzen eine höhere Mindestversion voraus — Sparkasse POS nennt iOS 18.6 oder neuer. Zusätzliche Hardware wird nicht benötigt.
Funktioniert Tap to Pay auch auf Android?
Ja, aber die Gerätehürden sind höher. Verlangt werden je nach Anbieter Android 13 oder neuer, ein nicht gerootetes Gerät mit gesperrtem Bootloader, Google Mobile Services mit Play Store, ein Sicherheitsupdate aus den letzten zwölf Monaten und abgeschaltete Entwickleroptionen. Prüfen Sie die Modellliste Ihres Anbieters, bevor Sie Geräte anschaffen.
Kann ich mit Tap to Pay die girocard annehmen?
Nur bei einem Teil der Anbieter. Über Sparkasse POS läuft die girocard seit September 2024 auf dem iPhone. Viele internationale Anbieter akzeptieren in Deutschland ausschließlich Visa und Mastercard. Welche es können, zeigt der girocard-Filter im Vergleich.
Was kostet Tap to Pay?
Apple und Google verlangen vom Händler nichts; bezahlt wird der Zahlungsdienstleister. SumUp nennt für Deutschland eine pauschale Gebühr von 1,39 % pro Zahlung, Sparkasse POS ein Entgelt ab 0,79 Prozent zuzüglich 0,10 Euro je Transaktion. Welcher Tarif günstiger ist, hängt am Durchschnittsbon — das rechnet der Gebührenrechner aus.
Brauche ich für Tap to Pay ein Gewerbe?
Für ein Händlerkonto ja: Die Anbieter schließen Verträge mit Unternehmern und prüfen die Identität sowie in der Regel eine Gewerbeanmeldung oder eine freiberufliche Tätigkeit. Eine Privatperson kann Tap to Pay nicht zur Geldannahme nutzen.
Ist Tap to Pay sicher?
Die Kartendaten erreichen das Telefon nie im Klartext; übertragen wird ein kryptografisches Einmal-Token. Die PIN-Eingabe läuft über eine gehärtete Umgebung, die prüft, ob das Gerät manipuliert wurde. Der maßgebliche Standard heißt PCI MPoC — fragen Sie im Zweifel nach, ob Ihr Anbieter ihn ausweist.
Was ist der Unterschied zwischen Tap to Pay und SoftPOS?
SoftPOS ist die Technikgattung, Tap to Pay der Produktname dafür. Wie die Technik funktioniert und wo die Grenze zu mPOS-Aufsteckern liegt, steht unter Handy als Kartenlesegerät.
Was passiert, wenn der Kunde eine Rückerstattung will?
Rückerstattungen laufen über die App des Anbieters. Achten Sie darauf, ob die ursprüngliche Transaktionsgebühr dabei erstattet wird — bei vielen Anbietern bleibt sie einbehalten.
Die zitierten Angaben von Apple, SumUp, S-Payment, Sparkasse POS und Stripe wurden am 16.09.2026 an der jeweiligen Quelle geprüft. Konditionen ändern sich; maßgeblich ist immer die aktuelle Angabe des Anbieters.