Kartenzahlung im Friseursalon: Anbieter, Kosten und Trinkgeld
Wenige Transaktionen, hoher Bonwert, viel Trinkgeld: Der Salon ist der Fall, in dem sich eine Fixgebühr je Transaktion kaum bemerkbar macht — und in dem der Prozentsatz alles entscheidet.
Redaktion: SoftPOS24 Payment-ResearchStand: 15.08.2026Datenbasis: 121 Anbieter, 14 KriterienTarife: 21.08.2026
Kurz gesagtBei einem Bonwert von 40 bis 55 € fällt eine Fixgebühr von zehn Cent kaum ins Gewicht: Sie entspricht etwa 0,2 Prozentpunkten. Damit gewinnen im Salon die Tarife mit dem niedrigsten Prozentsatz — auch solche mit einer kleinen Grundgebühr, sofern der Umsatz stimmt. Trinkgeld per Karte ist das zweite wichtige Kriterium: Im Friseurhandwerk ist es ein relevanter Teil des Einkommens der Mitarbeiter.
Was Kartenzahlung in dieser Branche kostet
Gerechnet für ein typisches Profil: 9.000 € Kartenumsatz im Monat,
45,00 € durchschnittlicher Bonwert,
65 % girocard und Debitkarte. Das entspricht rund
200 Kartenzahlungen im Monat.
Die drei Eingabewerte sind Annahmen, keine erhobenen Zahlen — sie dienen
dazu, die Tarife unter vergleichbaren Bedingungen gegeneinander zu rechnen. Ihre eigenen Werte setzen
Sie im Gebührenrechner ein. Die Gebühren selbst sind belegt: Quelle und
Stand stehen je Tarif in der Tabelle. Stand 21.08.2026.
Warum im Salon der Prozentsatz zählt und die Fixgebühr nicht
Ein Salon mit 9.000 € Monatsumsatz und 45 € Bonwert wickelt rund 200 Kartenzahlungen im Monat ab. Eine Fixgebühr von 0,10 € kostet damit 20 € im Monat — bei 9.000 € Umsatz sind das 0,22 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Im Einzelhandel mit 22 € Bonwert wären es 0,46 Punkte.
Das dreht die Rangfolge. Tarife wie Revolut mit 0,80 % plus 0,10 € oder die Sparkassen-Lösung mit 0,79 % plus 0,10 €, die bei kleinen Beträgen schlecht abschneiden, sind hier vorn. Und ein Abo mit Grundgebühr rechnet sich erst ab einem bestimmten Umsatz — bei 9.000 € liegt die Grenze typischerweise noch dagegen.
Trinkgeld: im Friseurhandwerk der wichtigste Nebenpunkt
Wenn im Salon zunehmend mit Karte gezahlt wird, verschwindet das Trinkgeld — es sei denn, die Bezahllösung fragt es aktiv ab. Achten Sie auf drei Dinge:
- Gibt es eine Trinkgeldabfrage auf dem Display, bevor der Gast bestätigt?
- Kann das Trinkgeld der einzelnen Mitarbeiterin zugeordnet werden, oder landet es pauschal im Betriebsumsatz? Das ist steuerlich der entscheidende Unterschied (§ 3 Nr. 51 EStG).
- Wird auf das Trinkgeld ebenfalls die Transaktionsgebühr berechnet? In der Regel ja, weil der Gesamtbetrag autorisiert wird.
Terminvereinbarung, Anzahlungen und No-Shows
Viele Salons arbeiten mit Terminbuchung. Wer Anzahlungen oder Ausfallgebühren erheben will, braucht dafür keine Präsenzzahlung, sondern eine Zahlungsanforderung per Link oder eine Online-Zahlung — ein anderes Produkt mit anderen Gebühren. Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter beides abdeckt, sonst brauchen Sie zwei Verträge.
Kasse und Beleg im Salon
Für den Salon gilt dieselbe Systematik wie überall: Die TSE- und Belegausgabepflicht hängt nicht an der Kartenzahlung, sondern daran, ob ein elektronisches Aufzeichnungssystem mit Kassenfunktion eingesetzt wird. Salonsoftware mit Kassenmodul fällt darunter, eine reine Zahlungs-App nicht. Die Herleitung mit Fundstellen steht unter TSE und SoftPOS.
Anbieter für Deutschland im Überblick
Sortiert nach Bewertung, girocard-fähige zuerst. Die vollständige Liste steht im Kartenterminal-Vergleich für Deutschland.
Bestbewertet im Gesamtvergleich
2SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 11 Märkte · Europa
- Transaktionsgebühr
- ab 0,99 %
- Grundgebühr
- 0 EUR/Mon.
- Zertifizierung
- PCI DSS
- Datenqualität
- Quelle geprüft
- keine monatliche Grundgebühr
- girocard-fähig
- Apple Pay und Google Pay
- keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
6SDK / White-Label · iOS + Android · 6 Märkte · Europa
- Transaktionsgebühr
- ab 0,89 %
- Grundgebühr
- 0 €
- Zertifizierung
- CPoC/SPoC
- Datenqualität
- Quelle geprüft
- keine monatliche Grundgebühr
- girocard-fähig
- Apple Pay und Google Pay
- keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
7SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 21 Märkte · Europa
- Transaktionsgebühr
- ab 1,30 %
- Grundgebühr
- k. A.
- Zertifizierung
- MPoC (Partner)
- Datenqualität
- Quelle geprüft
- girocard-fähig
- PCI-MPoC-zertifiziert
- Apple Pay und Google Pay
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
17SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 2 Märkte · Europa
- Transaktionsgebühr
- ab 0,89 %
- Grundgebühr
- 0 €
- Zertifizierung
- k. A.
- Datenqualität
- Quelle geprüft
- keine monatliche Grundgebühr
- girocard-fähig
- Apple Pay und Google Pay
- keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
21SoftPOS + Hardware · Android · 1 Märkte · Europa
- Transaktionsgebühr
- ab 0,89 %
- Grundgebühr
- 0 €
- Zertifizierung
- CPoC/SPoC
- Datenqualität
- Quelle geprüft
- keine monatliche Grundgebühr
- girocard-fähig
- Apple Pay und Google Pay
- keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
22SDK / White-Label · iOS + Android · 8 Märkte · Europa
- Transaktionsgebühr
- auf Anfrage
- Grundgebühr
- auf Anfrage
- Zertifizierung
- MPoC
- Datenqualität
- Quelle geprüft
- girocard-fähig
- PCI-MPoC-zertifiziert
- Apple Pay und Google Pay
- Preise nicht öffentlich einsehbar
Häufige Fragen
Welche Kartenzahlung lohnt sich für einen kleinen Salon?
Bei hohen Bonwerten und wenigen Transaktionen gewinnen die Tarife mit dem niedrigsten Prozentsatz. Eine monatliche Grundgebühr rechnet sich meist erst ab etwa 10.000 bis 15.000 € Kartenumsatz — darunter ist ein Tarif ohne Grundgebühr fast immer günstiger.
Wie funktioniert Trinkgeld per Karte beim Friseur?
Die Bezahllösung fragt vor der Bestätigung einen Trinkgeldbetrag ab, der Gesamtbetrag wird autorisiert und mit dem übrigen Umsatz ausgezahlt. Ob das Trinkgeld einzelnen Mitarbeitern zugeordnet werden kann, unterscheidet sich stark zwischen den Anbietern und hat steuerliche Folgen.
Brauche ich als Friseur ein Kassensystem?
Gesetzlich vorgeschrieben ist keines. Wer Salonsoftware mit Kassenmodul einsetzt, betreibt allerdings ein elektronisches Aufzeichnungssystem und braucht dann TSE, Belegausgabe und die Meldung ans Finanzamt.
Kann ich das Handy als Kartenlesegerät im Salon nutzen?
Ja. Ein NFC-fähiges Smartphone reicht — iPhone XS oder neuer, oder ein Android-Gerät mit NFC. Wie das technisch funktioniert, steht im Ratgeber Handy als Kartenlesegerät.
Muss ich als Friseur Kartenzahlung anbieten?
Nein. Eine Pflicht zur Kartenannahme gibt es in Deutschland nicht. Wer keine Karten annimmt, sollte das aber sichtbar ausschildern.
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Dieser Text ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Er gibt den Stand vom
21.08.2026 wieder und nennt für jede Aussage mit Rechtsfolge die zugrunde liegende Norm. Für Ihren
Einzelfall entscheidet Ihr Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.