Kartenzahlung im Taxi: Anbieter, Kosten und die eigene Rechtslage

Das Taxi ist der einzige Fall auf diesen Seiten, für den der Gesetzgeber eine ausdrückliche Sonderregelung geschaffen hat — und der einzige, in dem Netzabdeckung ein echtes Problem ist.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-ResearchStand: 15.08.2026Datenbasis: 121 Anbieter, 14 KriterienTarife: 21.08.2026
Kurz gesagt

Für den Fahrbetrieb zählen kleine Beträge, ein Gerät, das im Auto funktioniert, und Trinkgeld. Rechtlich ist das Taxi ein Sonderfall: EU-Taxameter und Wegstreckenzähler sind nach § 1 Abs. 2 KassenSichV den elektronischen Aufzeichnungssystemen ausdrücklich gleichgestellt — inklusive app-basierter Systeme. Das betrifft den Taxameter, nicht das Kartenlesegerät, aber es macht die Kassenfrage im Taxi zu einer eigenen Angelegenheit.

Was Kartenzahlung in dieser Branche kostet

Gerechnet für ein typisches Profil: 4.500 € Kartenumsatz im Monat, 18,00 € durchschnittlicher Bonwert, 70 % girocard und Debitkarte. Das entspricht rund 250 Kartenzahlungen im Monat.

#Anbieter und TarifKosten 1. Jahrpro MonatMerkmale
1PAYONE
Tap on Mobile
644 €
günstigster
53,69 €girocard nicht veröffentlicht Anbieterpreisliste
2SumUp
Zahlungen Plus
655 €
+10 €
54,55 €girocard Anbieterpreisliste
3PAYONE
All Time Flex
663 €
+19 €
53,69 €girocard Anbieterpreisliste
4Viva.com (ehem. Viva Wallet)
Null
685 €
+41 €
57,09 €girocard nicht veröffentlicht Anbieterpreisliste
5Flatpay
Flatrate
697 €
+52 €
58,05 €girocard Sekundärquelle
6Tippie (tippiePay)
Business
702 €
+58 €
58,50 €girocard nicht veröffentlicht Anbieterpreisliste

Die drei Eingabewerte sind Annahmen, keine erhobenen Zahlen — sie dienen dazu, die Tarife unter vergleichbaren Bedingungen gegeneinander zu rechnen. Ihre eigenen Werte setzen Sie im Gebührenrechner ein. Die Gebühren selbst sind belegt: Quelle und Stand stehen je Tarif in der Tabelle. Stand 21.08.2026.

Kleine Beträge, viele Fahrten: die Fixgebühr entscheidet

Bei 18 € Durchschnittsfahrpreis und 4.500 € Kartenumsatz im Monat sind das rund 250 Kartenzahlungen. Eine Fixgebühr von 0,10 € kostet 25 € im Monat — 0,56 Prozentpunkte auf den Umsatz. Im Taxi sind Tarife ohne Fixgebühr deshalb fast immer im Vorteil.

Der zweite Punkt ist die monatliche Grundgebühr. Bei 4.500 € Umsatz frisst ein 19-€-Abo 0,42 Prozentpunkte — es muss den Prozentsatz also um mindestens diesen Wert drücken, um sich zu rechnen.

Der Taxameter ist rechtlich etwas anderes als das Kartenlesegerät

Diese Unterscheidung wird ständig vermischt, deshalb sauber getrennt:

Wer im Taxi eine App nutzt, die Fahrten und Zahlungen erfasst, sollte die Einordnung beim Steuerberater klären lassen — sie hängt am Funktionsumfang, nicht am Namen des Produkts. Die Systematik ist unter TSE und SoftPOS hergeleitet.

Netz, Halterung, Akku: die Praxis im Fahrzeug

Drei Dinge, an denen Kartenzahlung im Taxi in der Praxis scheitert:

Muss ein Taxi Kartenzahlung anbieten?

Bundesweit gibt es keine solche Pflicht. Sie kann sich aber aus der kommunalen Taxiordnung ergeben — mehrere Städte haben die Kartenannahme in ihre Beförderungs- oder Taxenordnung aufgenommen. Maßgeblich ist die Ordnung Ihrer Genehmigungsbehörde, nicht das Bundesrecht. Die allgemeine Rechtslage steht unter Kartenzahlung Pflicht.

Anbieter für Deutschland im Überblick

Sortiert nach Bewertung, girocard-fähige zuerst. Die vollständige Liste steht im Kartenterminal-Vergleich für Deutschland.

Bestbewertet im Gesamtvergleich
2

Nexi (Nexi Group)

SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 11 Märkte · Europa

4,3von 5
Transaktionsgebühr
ab 0,99 %
Grundgebühr
0 EUR/Mon.
Zertifizierung
PCI DSS
Datenqualität
Quelle geprüft
  • keine monatliche Grundgebühr
  • girocard-fähig
  • Apple Pay und Google Pay
  • keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
6

Rubean AG

SDK / White-Label · iOS + Android · 6 Märkte · Europa

4,1von 5
Transaktionsgebühr
ab 0,89 %
Grundgebühr
0 €
Zertifizierung
CPoC/SPoC
Datenqualität
Quelle geprüft
  • keine monatliche Grundgebühr
  • girocard-fähig
  • Apple Pay und Google Pay
  • keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
7

Worldline

SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 21 Märkte · Europa

4,0von 5
Transaktionsgebühr
ab 1,30 %
Grundgebühr
k. A.
Zertifizierung
MPoC (Partner)
Datenqualität
Quelle geprüft
  • girocard-fähig
  • PCI-MPoC-zertifiziert
  • Apple Pay und Google Pay
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
17

PAYONE

SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 2 Märkte · Europa

3,5von 5
Transaktionsgebühr
ab 0,89 %
Grundgebühr
0 €
Zertifizierung
k. A.
Datenqualität
Quelle geprüft
  • keine monatliche Grundgebühr
  • girocard-fähig
  • Apple Pay und Google Pay
  • keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
22

Softpay

SDK / White-Label · iOS + Android · 8 Märkte · Europa

3,4von 5
Transaktionsgebühr
auf Anfrage
Grundgebühr
auf Anfrage
Zertifizierung
MPoC
Datenqualität
Quelle geprüft
  • girocard-fähig
  • PCI-MPoC-zertifiziert
  • Apple Pay und Google Pay
  • Preise nicht öffentlich einsehbar

Häufige Fragen

Welches Kartengerät eignet sich fürs Taxi?

Eines, das im Fahrzeug dauerhaft mit Strom versorgt werden kann und eine eigene Netzverbindung hat. Ein Smartphone mit SoftPOS funktioniert, braucht aber eine Ladehalterung und ein zuverlässiges Netz.

Muss ich als Taxiunternehmer meinen Taxameter dem Finanzamt melden?

Ja. EU-Taxameter und Wegstreckenzähler sind nach § 146a Abs. 4 AO meldepflichtig. Die Meldung läuft über ELSTER und muss innerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme erfolgen. Das Kartenlesegerät selbst ist davon nicht betroffen.

Ist Kartenzahlung im Taxi Pflicht?

Nicht nach Bundesrecht. Einzelne Kommunen schreiben sie in ihrer Taxenordnung vor. Fragen Sie bei Ihrer Genehmigungsbehörde nach.

Was passiert, wenn während der Fahrt kein Netz da ist?

Die Zahlung lässt sich nicht autorisieren. Die meisten SoftPOS-Lösungen haben keine Offline-Funktion. Halten Sie eine Alternative bereit — Bargeld oder eine Zahlungsanforderung per Link nach der Fahrt.

Kann der Fahrgast per Karte Trinkgeld geben?

Wenn die Lösung eine Trinkgeldabfrage vorsieht, ja. Nicht alle Anbieter bieten das an — prüfen Sie es vor Vertragsschluss.

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Dieser Text ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Er gibt den Stand vom 21.08.2026 wieder und nennt für jede Aussage mit Rechtsfolge die zugrunde liegende Norm. Für Ihren Einzelfall entscheidet Ihr Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.