Kartenzahlung in der Gastronomie: Anbieter, Kosten und was rechtlich gilt

Gastronomie ist der anspruchsvollste Fall: viele kleine bis mittlere Beträge, Stoßzeiten, Trinkgeld, Tischabrechnung — und die schärfsten Kassenvorschriften aller Branchen.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-ResearchStand: 15.08.2026Datenbasis: 121 Anbieter, 14 KriterienTarife: 21.08.2026
Kurz gesagt

Für die Gastronomie zählen drei Dinge: girocard, weil ein großer Teil der Gäste damit zahlt, Trinkgeldfunktion direkt im Bezahlvorgang, und Tempo zur Stoßzeit. Ein Smartphone mit SoftPOS reicht für ein Café oder einen Imbiss völlig aus. Sobald Sie ein elektronisches Kassensystem einsetzen — und das tun die meisten Restaurants — gelten TSE-Pflicht und Belegausgabepflicht, unabhängig davon, womit der Gast bezahlt.

Was Kartenzahlung in dieser Branche kostet

Gerechnet für ein typisches Profil: 18.000 € Kartenumsatz im Monat, 28,00 € durchschnittlicher Bonwert, 70 % girocard und Debitkarte. Das entspricht rund 643 Kartenzahlungen im Monat.

#Anbieter und TarifKosten 1. Jahrpro MonatMerkmale
1SumUp
Zahlungen Plus
1.934 €
günstigster
161,20 €girocard Anbieterpreisliste
2Nexi (Nexi Group)
SmartPay-Bundle (Aktion)
2.417 €
+483 €
193,20 €girocard nur mit Co-Badge Anbieterpreisliste
3Commerz Globalpay
GP tom
2.473 €
+538 €
206,04 €girocard Sekundärquelle
4S-Payment / Sparkassen-Finanzgruppe
S-POS Tap to Pay
2.479 €
+544 €
206,49 €girocard Anbieterpreisliste
5Revolut Business
Tap to Pay
2.499 €
+565 €
208,29 €keine girocard Anbieterpreisliste
6VR Payment (Genossenschaftliche FinanzGruppe)
Fixpreis XL
2.550 €
+616 €
212,50 €girocard Anbieterpreisliste

Die drei Eingabewerte sind Annahmen, keine erhobenen Zahlen — sie dienen dazu, die Tarife unter vergleichbaren Bedingungen gegeneinander zu rechnen. Ihre eigenen Werte setzen Sie im Gebührenrechner ein. Die Gebühren selbst sind belegt: Quelle und Stand stehen je Tarif in der Tabelle. Stand 21.08.2026.

Was in der Gastronomie über die Kosten entscheidet

Der durchschnittliche Bon liegt in der Gastronomie meist zwischen 20 und 35 €. Das ist der Bereich, in dem eine fixe Gebühr je Transaktion noch nicht dominiert, aber auch nicht zu vernachlässigen ist: 0,10 € auf einen 28-€-Bon sind zusätzliche 0,36 Prozentpunkte.

Der zweite Hebel ist der Kartenmix. Je höher der girocard-Anteil, desto stärker wirken Tarife mit getrennten Sätzen für Debit und Kreditkarte. Wer wie myPOS 1,29 % auf girocard und 2,69 % auf alles andere nimmt, ist bei 70 % girocard günstig — und bei einem Touristenlokal mit hohem Kreditkartenanteil teuer.

Der dritte Punkt wird fast immer übersehen: die Anzahl der Transaktionen. Ein Restaurant mit 18.000 € Monatsumsatz und 28 € Bonwert wickelt rund 640 Kartenzahlungen im Monat ab. Bei einem Tarif mit 0,10 € Fixgebühr sind das allein 64 € im Monat, bevor der erste Prozentpunkt gerechnet ist.

Trinkgeld: der Punkt, an dem sich die Anbieter unterscheiden

Bargeldloses Trinkgeld ist in der Gastronomie kein Komfortmerkmal, sondern ein Personalthema. Es gibt drei technische Varianten:

Steuerlich ist der Unterschied erheblich: Trinkgeld, das der Gast einer Bedienung freiwillig zusätzlich gibt, ist nach § 3 Nr. 51 EStG beim Arbeitnehmer steuerfrei — Trinkgeld, das dem Betrieb selbst zufließt und dann verteilt wird, nicht ohne Weiteres. Wie das über die Kartenzahlung abgebildet wird, entscheidet der Anbieter, nicht der Wirt. Fragen Sie das vor Vertragsschluss ab. Mehr im Glossar unter Trinkgeld bei Kartenzahlung.

TSE, Kasse und Beleg — hier ist die Gastronomie am stärksten reguliert

Die Frage wird ständig falsch beantwortet, deshalb hier sauber getrennt:

Die vollständige Herleitung mit Normen und Fundstellen steht unter TSE und SoftPOS und Belegausgabepflicht.

Muss ein Restaurant Karten annehmen?

Nein. Es gibt in Deutschland keine Pflicht, Kartenzahlung anzubieten — auch 2026 nicht. Wer keine Karten annimmt, muss das aber vor der Bestellung deutlich machen; wer erst beim Zahlen darauf hinweist, hat ein zivilrechtliches Problem, kein steuerliches. Umgekehrt gilt: Ein Aufschlag speziell für Kartenzahlung ist bei den gängigen Verbraucherkarten nach § 270a BGB unwirksam. Die Einzelheiten stehen auf der Pillar-Seite Kartenzahlung Pflicht.

Praxis: was zur Stoßzeit wirklich zählt

Drei Dinge, die in keiner Preisliste stehen und trotzdem über den Alltag entscheiden:

Anbieter für Deutschland im Überblick

Sortiert nach Bewertung, girocard-fähige zuerst. Die vollständige Liste steht im Kartenterminal-Vergleich für Deutschland.

Bestbewertet im Gesamtvergleich
2

Nexi (Nexi Group)

SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 11 Märkte · Europa

4,3von 5
Transaktionsgebühr
ab 0,99 %
Grundgebühr
0 EUR/Mon.
Zertifizierung
PCI DSS
Datenqualität
Quelle geprüft
  • keine monatliche Grundgebühr
  • girocard-fähig
  • Apple Pay und Google Pay
  • keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
6

Rubean AG

SDK / White-Label · iOS + Android · 6 Märkte · Europa

4,1von 5
Transaktionsgebühr
ab 0,89 %
Grundgebühr
0 €
Zertifizierung
CPoC/SPoC
Datenqualität
Quelle geprüft
  • keine monatliche Grundgebühr
  • girocard-fähig
  • Apple Pay und Google Pay
  • keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
7

Worldline

SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 21 Märkte · Europa

4,0von 5
Transaktionsgebühr
ab 1,30 %
Grundgebühr
k. A.
Zertifizierung
MPoC (Partner)
Datenqualität
Quelle geprüft
  • girocard-fähig
  • PCI-MPoC-zertifiziert
  • Apple Pay und Google Pay
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
17

PAYONE

SoftPOS + Hardware · iOS + Android · 2 Märkte · Europa

3,5von 5
Transaktionsgebühr
ab 0,89 %
Grundgebühr
0 €
Zertifizierung
k. A.
Datenqualität
Quelle geprüft
  • keine monatliche Grundgebühr
  • girocard-fähig
  • Apple Pay und Google Pay
  • keine MPoC-Zertifizierung ausgewiesen
Empfehlung für Deutschland — girocard-fähig
22

Softpay

SDK / White-Label · iOS + Android · 8 Märkte · Europa

3,4von 5
Transaktionsgebühr
auf Anfrage
Grundgebühr
auf Anfrage
Zertifizierung
MPoC
Datenqualität
Quelle geprüft
  • girocard-fähig
  • PCI-MPoC-zertifiziert
  • Apple Pay und Google Pay
  • Preise nicht öffentlich einsehbar

Häufige Fragen

Welches Kassensystem braucht ein Restaurant 2026?

Ein Kassensystem ist gesetzlich nicht vorgeschrieben — die offene Ladenkasse bleibt zulässig. Wer eines einsetzt, braucht eine zertifizierte TSE, muss Belege ausgeben und das System dem Finanzamt melden. Für ein Café mit wenigen Artikeln reicht oft eine Zahlungs-App ohne Kassenfunktion.

Kann ich in der Gastronomie Trinkgeld per Karte annehmen?

Ja, aber nicht bei jedem Anbieter und nicht auf dieselbe Weise. Prüfen Sie vor Vertragsschluss, ob eine Trinkgeldabfrage im Bezahlvorgang vorgesehen ist und wie das Trinkgeld ausgezahlt wird — das hat steuerliche Folgen für Ihr Personal.

Lohnt sich SoftPOS für ein Restaurant oder brauche ich ein Terminal?

Für Café, Imbiss, Foodtruck und kleine Betriebe reicht SoftPOS. In einem Restaurant mit Tischservice und Stoßzeiten sind mehrere Geräte im Umlauf und eine Kassenanbindung nötig — dort ist ein mobiles Terminal mit Bondrucker meist die bessere Wahl.

Was kostet Kartenzahlung in der Gastronomie im Jahr?

Das hängt am Umsatz und am Bonwert. Bei 18.000 € Monatsumsatz und 28 € Bonwert liegen die günstigsten Tarife im Bereich weniger tausend Euro im Jahr, die teuersten beim Mehrfachen. Die konkrete Rangliste steht oben auf dieser Seite, eigene Zahlen setzen Sie im Gebührenrechner ein.

Darf ich einen Mindestbetrag für Kartenzahlung verlangen?

Ein Mindestbetrag ist zivilrechtlich zulässig, solange er vorher deutlich ausgeschildert ist — er ist kein Entgelt im Sinne des § 270a BGB. Die Kartenakzeptanzverträge einiger Anbieter untersagen ihn allerdings. Ein Blick in die eigenen Vertragsbedingungen lohnt sich.

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Dieser Text ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Er gibt den Stand vom 21.08.2026 wieder und nennt für jede Aussage mit Rechtsfolge die zugrunde liegende Norm. Für Ihren Einzelfall entscheidet Ihr Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.