Apple Pay
Apple Pay ist der Bezahldienst von Apple, mit dem Kunden Kredit- und Debitkarten in der Wallet-App hinterlegen und kontaktlos per …
Auch bekannt als: Google Wallet, GPay, Bezahlen mit Android
Google Pay ist der Bezahldienst von Google für Android-Geräte. Hinterlegte Kredit- und Debitkarten werden durch eine virtuelle Kartennummer ersetzt, die per NFC an das Terminal übertragen wird; die echte Kartennummer verlässt das Konto nicht. In Deutschland heißt die App inzwischen Google Wallet. Voraussetzung sind ein NFC-fähiges Android-Gerät und eine eingerichtete Displaysperre.
Android speichert Zahlungsdaten nicht zwingend in einem Hardware-Sicherheitschip, sondern nutzt Host Card Emulation: Das Betriebssystem emuliert die Kartenanwendung in Software, die Zahlungsdaten werden als Token bereitgestellt. Statt der echten Kartennummer überträgt das Gerät eine virtuelle Nummer plus einen einmaligen Kryptogrammwert. Google beschreibt den Ansatz mit den Bausteinen „Authentifizierung, Transaktionsverschlüsselung und Betrugsschutz“ und stellt ausdrücklich klar, weder personenbezogene Daten noch den Transaktionsverlauf zu verkaufen. Für Beträge oberhalb bestimmter Schwellen verlangt Google die Entsperrung des Geräts; die eingerichtete Displaysperre ist deshalb Voraussetzung für die Einrichtung.
Der technische Kernunterschied liegt in der Speicherung der Zahlungsdaten. Apple bindet sie an das Secure Element des Geräts, Android arbeitet überwiegend mit Host Card Emulation und softwareseitiger Tokenisierung. Der organisatorische Unterschied ist für den deutschen Markt wichtiger: Die NFC-Schnittstelle von Android war für Drittanbieter immer offen. Deshalb konnten Sparkassen und Volksbanken die digitale girocard schon vor Jahren in ihren eigenen Apps anbieten, während auf dem iPhone bis Dezember 2024 kein Weg an Apple vorbeiführte. Wer auf Android mit der girocard bezahlt, tut das in der Regel nicht über Google Pay, sondern über die App seiner Bank.
Wie bei Apple Pay gibt es händlerseitig keinen eigenen Vertrag mit Google. Abgerechnet wird die im Wallet hinterlegte Karte zu deren Konditionen; eine Google-Pay-Zahlung ist für Acquirer und Kassensystem eine kontaktlose Kartenzahlung. In der SoftPOS24-Anbieterdatenbank weisen 72 der 121 erfassten Anbieter Google-Pay-Akzeptanz aus (Stand 15.08.2026) — etwas weniger als bei Apple Pay mit 80. Auch hier gilt: Weil die Freigabe durch Entsperren des Geräts bereits eine starke Kundenauthentifizierung darstellt, entfällt die PIN-Abfrage am Terminal in der Regel auch oberhalb von 50 Euro.
Mobiles Bezahlen ist im deutschen Handel längst kein Randphänomen mehr. Nach der EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ stieg der Anteil des Mobile Payment an den unbaren Zahlungen im Bezugsjahr 2025 auf 19,3 Prozent, nach 12,8 Prozent im Vorjahr. Die Bundesbank misst aus Verbrauchersicht einen Anteil mobiler Zahlungen von 10 Prozent an der Anzahl aller Alltagszahlungen. Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil das EHI nur den stationären Einzelhandel erfasst und die Bundesbank alle Alltagszahlungen einschließlich Online. Beide Erhebungen zeigen aber dieselbe Richtung: Wer heute ein Akzeptanzverfahren wählt, sollte Wallet-Zahlungen als Normalfall einplanen.
Ein Imbiss in Graz kassiert über eine SoftPOS-App auf einem Android-Smartphone. Ein Stammgast zahlt 14,50 Euro, indem er sein Pixel entsperrt und an das Gerät hält. Für den Betreiber ist der Vorgang eine kontaktlose Mastercard-Debit-Zahlung — abgerechnet wird die im Wallet hinterlegte Karte, nicht Google. Ein separater Vertrag mit Google war dafür nicht nötig.
Google Pay, Google Wallet und Tap to Pay on Android bezeichnen drei verschiedene Dinge. Google Wallet ist die App, in der Karten, Tickets und Ausweise liegen; Google Pay ist die darin enthaltene Zahlfunktion. Tap to Pay on Android dagegen ist die Händlerseite — das Android-Gerät wird zum Kartenlesegerät. Wer Google Pay akzeptiert, kassiert damit nicht automatisch über sein eigenes Android-Smartphone.
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Das Gerät muss NFC-fähig sein und eine eingerichtete Displaysperre haben. Google verlangt außerdem ein unverändertes Betriebssystem — auf gerooteten Geräten oder mit Custom-ROM funktioniert der Dienst nicht. Diese Anforderungen betreffen die Kundenseite. Für die Händlerseite über Tap to Pay on Android gelten deutlich strengere Vorgaben, die je nach Zahlungsdienstleister variieren.
In Google Pay selbst liegen deutsche Debit Mastercards und Visa Debit, nicht die girocard. Die digitale girocard bieten Sparkassen und Volksbanken auf Android über ihre eigenen Apps an — technisch ebenfalls über Host Card Emulation, aber außerhalb von Google Pay. Für den Händler ist der Unterschied relevant, weil nur girocard-fähige Akzeptanzverfahren diese Zahlungen annehmen können.
Nein, Google erhebt vom Händler kein zusätzliches Entgelt. Abgerechnet wird die im Wallet hinterlegte Karte zu den Konditionen Ihres Acquirer-Vertrags. Eine Google-Pay-Zahlung ist für die Zahlungskette eine gewöhnliche kontaktlose Kartenzahlung. Was sie kostet, hängt also davon ab, ob im Wallet eine Debit- oder Kreditkarte und ob eine Verbraucher- oder Firmenkarte liegt.
SoftPOS24 Payment-Research: „Google Pay". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/google-pay/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.