Debitkarte
Debitkarte bezeichnet eine Zahlungskarte, bei der der Rechnungsbetrag unmittelbar oder innerhalb weniger Bankarbeitstage vom verkn…
Auch bekannt als: EC-Karte, ec-Karte, Girokarte, Bankkarte, girocard-Verfahren, Sparkassen-Card
girocard ist das gemeinsame Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Die Karte ist direkt mit dem Girokonto verknüpft, jede Zahlung wird online autorisiert und mit PIN oder kontaktlos freigegeben. Für den Händler ist die Zahlung nach erfolgreicher Autorisierung garantiert. 2025 wurden über das Verfahren 8,3 Milliarden Transaktionen mit 308 Milliarden Euro Umsatz abgewickelt.
Bei jeder girocard-Zahlung fragt das Terminal die kartenausgebende Bank in Echtzeit an. Geprüft werden Kartengültigkeit, Sperrstatus und Kontodeckung. Erst wenn die Bank zustimmt, kommt der Vorgang zustande — deshalb gibt es im girocard-Verfahren nach Angaben der Initiative Deutsche Zahlungssysteme für den Handel keinen Zahlungsausfall. Freigegeben wird entweder mit PIN oder, bei Beträgen bis 50 Euro, kontaktlos ohne PIN. Der Betrag wird anschließend vom Girokonto abgebucht, in der Regel innerhalb weniger Bankarbeitstage. Weil die Autorisierung zwingend online erfolgt, kann eine girocard-Zahlung ohne Datenverbindung nicht abgewickelt werden. Das unterscheidet das Verfahren grundlegend von Kreditkartensystemen, die begrenzte Offline-Spielräume kennen.
International funktionieren SoftPOS-Apps fast durchgängig mit Visa und Mastercard. Die girocard ist ein eigenes, national lizenziertes Verfahren: Wer sie akzeptieren will, braucht eine Zulassung der Deutschen Kreditwirtschaft und eine entsprechend zertifizierte Kernanwendung. Genau daran scheitern die meisten Anbieter. In der SoftPOS24-Anbieterdatenbank akzeptieren nur 13 von 105 händlergerichteten Anbietern die girocard (Stand 15.08.2026) — darunter PAYONE, VR Payment, S-Payment, Worldline, Nexi, CCV, Unzer und Commerz Globalpay. Die im Markt bekanntesten Namen gehören nicht dazu: SumUp, myPOS, Zettle, Revolut und Stripe unterstützen die girocard nicht. Über Tap to Pay on iPhone ist die girocard-Annahme seit dem 3. September 2024 möglich, zunächst über die Sparkassen-Finanzgruppe.
Das Händlerentgelt für girocard-Zahlungen ist seit 2014 frei verhandelbar und wird zwischen Händler, Netzbetreiber und Acquirer vereinbart. Branchenüblich liegt es deutlich unter den Sätzen internationaler Kartensysteme; die Fachpublikation handel.digital nennt rund 0,2 Prozent des Umsatzes für girocard gegenüber etwa 0,8 bis 1,0 Prozent für Debit Mastercard und Visa Debit. Hinzu kommen bei klassischen Terminals Netzbetreiberentgelte je Transaktion und die Terminalmiete. Bei SoftPOS-Anbietern ohne girocard-Zulassung entfällt diese günstige Route vollständig: Die Zahlung läuft dann über das internationale Co-Badge der Karte und wird nach dem Tarif für Debitkarten abgerechnet.
Die digitale girocard lässt sich in Banking-Apps hinterlegen und per NFC am Terminal einsetzen. Auf Android bieten die Sparkassen und die genossenschaftliche Finanzgruppe dies seit Jahren über eigene Apps an, nicht über Google Pay. Auf dem iPhone war das lange unmöglich, weil Apple die NFC-Schnittstelle nicht freigab. Nachdem Apple die Schnittstelle in der EU im Dezember 2024 geöffnet hat, kündigten die Volksbanken und Raiffeisenbanken die digitale girocard in der VR Banking App für das dritte Quartal 2025 an — ohne Umweg über Apple Pay. In Apple Pay und Google Pay selbst liegt die girocard weiterhin nicht; deutsche Banken hinterlegen dort Debit Mastercard oder Visa Debit.
Ein Hofladen im Emsland setzt monatlich 5.000 Euro per Karte um, fast ausschließlich mit deutschen Kundenkarten. Über einen girocard-fähigen Anbieter mit 0,2 Prozent Händlerentgelt kostet das rund 10 Euro. Kassiert der Betrieb dagegen über eine SoftPOS-App ohne girocard-Zulassung, läuft jede Zahlung über das Mastercard- oder Visa-Co-Badge der Karte — bei 1,39 Prozent sind das 69,50 Euro im Monat.
girocard wird oft mit „EC-Karte“ gleichgesetzt. Die Bezeichnung ist seit 2007 offiziell überholt, das Verfahren heißt girocard. Verwechselt wird sie außerdem mit dem Oberbegriff Debitkarte: Jede girocard ist eine Debitkarte, aber nicht jede Debitkarte ist eine girocard — Debit Mastercard und Visa Debit sind ebenfalls Debitkarten, laufen aber über internationale Kartensysteme mit anderen Gebühren und anderer Akzeptanz.
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Nein. Die girocard erfordert eine eigene Zulassung der Deutschen Kreditwirtschaft. In der SoftPOS24-Anbieterdatenbank akzeptieren 13 von 105 händlergerichteten Anbietern die girocard (Stand 15.08.2026). SumUp, myPOS, Zettle, Revolut und Stripe gehören nicht dazu. Wer überwiegend deutsche Privatkunden bedient, sollte die girocard-Fähigkeit vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen.
Ja, sofern die Zahlung im girocard-Verfahren mit PIN oder kontaktlos autorisiert wurde. Vor jeder Transaktion prüft die kartenausgebende Bank Deckung und Sperrstatus; nach der Zustimmung trägt der Händler kein Ausfallrisiko. Anders ist es beim elektronischen Lastschriftverfahren mit Unterschrift: Dort liest das Terminal nur die Kontodaten aus, eine Zahlungsgarantie gibt es nicht.
Deutsche Banken hinterlegen in Apple Pay und Google Pay ihre internationalen Debitprodukte, also Debit Mastercard oder Visa Debit. Die girocard selbst wird dort nicht ausgegeben. Auf Android bieten Sparkassen und Volksbanken die digitale girocard über eigene Apps an; auf dem iPhone wurde das erst möglich, nachdem Apple die NFC-Schnittstelle in der EU im Dezember 2024 geöffnet hat.
SoftPOS24 Payment-Research: „girocard". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/girocard/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.