mPOS
mPOS bezeichnet die Kartenannahme über ein kleines, eigenständiges Lesegerät, das per Bluetooth mit einer App auf Smartphone oder …
Auch bekannt als: Software Point of Sale, Software-POS, softwarebasiertes Kartenterminal, Tap to Pay, Smartphone als Kartenlesegerät
SoftPOS macht ein handelsübliches Smartphone oder Tablet ohne Zusatzhardware zum Kartenlesegerät: Die eingebaute NFC-Antenne liest kontaktlose Karten und Wallets, eine zertifizierte App verarbeitet die Transaktion. Voraussetzung sind ein NFC-fähiges Gerät, eine Internetverbindung und ein Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister. Die Sicherheitsanforderungen regelt der PCI-Standard MPoC, die PIN-Eingabe erfolgt direkt auf dem Display.
Beim Bezahlvorgang übernimmt die NFC-Antenne des Händlergeräts die Rolle des Lesekopfs. Der Kunde hält Karte, Smartphone oder Smartwatch an die markierte Stelle, die SoftPOS-App liest die EMV-Daten aus und schickt sie verschlüsselt an den Zahlungsdienstleister. Dieser leitet die Autorisierungsanfrage über den Acquirer an die kartenausgebende Bank weiter, die Antwort erreicht das Gerät üblicherweise in wenigen Sekunden. Ist eine PIN erforderlich, erscheint ein softwarebasiertes Zifferfeld auf dem Touchscreen, dessen Tastenanordnung aus Sicherheitsgründen bei jedem Vorgang an einer anderen Bildschirmposition erscheint. Kartendaten werden nicht dauerhaft auf dem Gerät gespeichert, sondern nur für die Dauer der Transaktion in einem abgeschotteten Softwarebereich verarbeitet und anschließend verworfen.
Auf Apple-Seite setzt Tap to Pay on iPhone laut Stripe ein iPhone XS oder neuer voraus; die PIN-Eingabe funktioniert ab iOS 16.4. Auf Android-Seite sind die Anforderungen härter und je nach Anbieter unterschiedlich: Stripe verlangt für Tap to Pay on Android mindestens Android 13, eine funktionierende NFC-Antenne, einen nicht gerooteten Gerätezustand mit gesperrtem Bootloader, ein unverändertes Herstellersystem, Google Mobile Services samt Play Store, einen Hardware-Keystore mit ECDH-Unterstützung sowie ein Sicherheitsupdate aus den letzten zwölf Monaten. Deaktivierte Entwickleroptionen sind Pflicht. Geräte, die selbst als PCI-PTS-zertifizierte Zahlungsterminals gelten, sind ausdrücklich ausgeschlossen — SoftPOS läuft nur auf COTS-Hardware.
Der wirtschaftliche Kern von SoftPOS ist der Wegfall der Hardwarekosten: keine Terminalmiete, keine Kaution, kein Netzbetreiberentgelt für ein Gerät. Abgerechnet wird typischerweise über eine prozentuale Transaktionsgebühr, teilweise ergänzt um eine monatliche Grundgebühr oder einen Festbetrag je Transaktion. Die Preistransparenz im Markt ist gering: Von 121 in der SoftPOS24-Anbieterdatenbank erfassten Anbietern veröffentlichen nur 36 überhaupt einen bezifferten Prozentsatz. Der günstigste belegte Wert für Deutschland liegt bei 0,89 Prozent je Transaktion, der weltweit günstigste belegte Wert bei 0,57 Prozent in Brasilien. Wer Angebote vergleicht, sollte neben dem Prozentsatz immer Auszahlungsfrist, Mindestumsatz und Vertragslaufzeit prüfen.
International funktionieren SoftPOS-Lösungen nahezu durchgängig mit den kontaktlosen Kartenprodukten von Visa und Mastercard sowie mit Apple Pay und Google Pay. Die für den deutschen Markt entscheidende Frage ist die girocard: Sie ist hierzulande die meistgenutzte Debitkarte, wird aber längst nicht von jeder SoftPOS-App unterstützt. Nach der SoftPOS24-Anbieterdatenbank akzeptieren nur 13 von 105 händlergerichteten Anbietern in Deutschland die girocard. Seit dem 3. September 2024 lässt sich die girocard auch über Tap to Pay on iPhone annehmen, zunächst über die Lösung der Sparkassen-Finanzgruppe, inklusive PIN-Eingabe auf dem Display. Für Händler mit überwiegend deutscher Kundschaft ist die girocard-Fähigkeit das wichtigste Auswahlkriterium.
SoftPOS akzeptiert ausschließlich kontaktlose Zahlungen. Karten ohne NFC-Chip, Magnetstreifenkarten und Karten, die zwingend eine Offline-PIN im Chipkontakt verlangen, lassen sich nicht verarbeiten. Ohne stabile Internetverbindung ist keine Autorisierung möglich, ein Funkloch auf dem Wochenmarkt beendet den Kassiervorgang. Auch der Akkuverbrauch ist relevant: Dauerbetrieb mit aktivem Display und NFC entleert ein Smartphone spürbar schneller als der Normalbetrieb. Hinzu kommt die Bonpflicht — SoftPOS erzeugt in der Regel nur einen digitalen Beleg per E-Mail, SMS oder QR-Code, ein Papierbon erfordert einen zusätzlichen Bondrucker. Für Betriebe mit hohem Kundendurchsatz bleibt ein festes Kartenterminal daher oft die robustere Wahl.
Ein Foodtruck-Betreiber in Karlsruhe verkauft auf wechselnden Plätzen und hatte bisher ein gemietetes Terminal für rund 25 Euro im Monat. Mit SoftPOS kassiert er über sein vorhandenes Android-Smartphone, zahlt keine Gerätemiete mehr und rechnet nur noch prozentual je Transaktion ab. Bei 3.000 Euro Kartenumsatz im Monat und einem Satz von 0,89 Prozent fallen 26,70 Euro Gebühren an — dafür entfällt jede Hardwarebindung.
SoftPOS wird häufig mit mPOS verwechselt. Der Unterschied liegt in der Hardware: mPOS-Lösungen brauchen ein separates, PCI-PTS-zertifiziertes Lesegerät, das per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden wird. SoftPOS kommt ohne dieses Zusatzgerät aus, weil die Sicherheitsfunktionen in Software abgebildet und über MPoC attestiert werden. Ein SumUp-Kartenleser ist mPOS, die reine SumUp-App auf dem iPhone ist SoftPOS.
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Das Sicherheitsniveau wird nicht über Hardware, sondern über Software und laufende Umgebungsprüfung erreicht. Der PCI-Standard MPoC verlangt unter anderem Angriffserkennung auf dem Gerät, Verschlüsselung der Kartendaten und Schutz der PIN-Eingabe. Zusätzlich prüfen die Lösungen bei jeder Transaktion, ob das Gerät manipuliert, gerootet oder von Bildschirmaufzeichnung betroffen ist, und brechen im Zweifel ab.
Nicht zwingend, aber die Anforderungen sind konkret. Auf iPhones ist ein iPhone XS oder neuer nötig, auf Android verlangen Anbieter wie Stripe mindestens Android 13, aktive NFC-Hardware, ein aktuelles Sicherheitsupdate und ein unverändertes Herstellersystem. Gerootete Geräte, Custom-ROMs und Emulatoren sind ausgeschlossen. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die Gerätematrix des jeweiligen Anbieters.
Nur bei einem Teil der Anbieter. In der SoftPOS24-Anbieterdatenbank akzeptieren 13 von 105 händlergerichteten Anbietern in Deutschland die girocard (Stand 15.08.2026). Über Tap to Pay on iPhone ist die girocard-Annahme seit dem 3. September 2024 möglich. Wer überwiegend deutsche Privatkunden bedient, sollte die girocard-Fähigkeit vorab schriftlich bestätigen lassen.
SoftPOS24 Payment-Research: „SoftPOS". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/softpos/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.