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Quellen geprüftSoftPOS & Geräte

Was ist Kartenterminal?

Auch bekannt als: EC-Gerät, POS-Terminal, Kartenlesegerät, Bezahlterminal

Definition

Ein Kartenterminal ist ein eigenständiges, für Zahlungszwecke gebautes Gerät, das Karten kontaktlos, über den Chip oder den Magnetstreifen liest, die PIN auf einem physisch geschützten Tastenfeld entgegennimmt und die Autorisierung an den Zahlungsdienstleister sendet. Seine Sicherheitshardware wird nach dem PCI-Standard PTS POI geprüft; bei physischer Manipulation löscht das Gerät seine Schlüssel und wird unbrauchbar.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-Research Geprüft: 2026-08-15 Quellen: 2 Kategorie: SoftPOS & Geräte

Was ein Kartenterminal von einem Smartphone unterscheidet

Ein Kartenterminal ist kein Universalcomputer, sondern Spezialhardware. Der Kartenleser, der Kryptoprozessor und das PIN-Tastenfeld sitzen in einem versiegelten Gehäuse mit Sensoren, die Bohrungen, Temperaturänderungen oder das Öffnen erkennen. Wird ein Eingriff festgestellt, löscht das Gerät die gespeicherten Schlüssel und stellt den Betrieb ein. Genau diesen physischen Schutz verlangt der PCI-Standard PTS POI. Ein Smartphone hat ihn nicht — SoftPOS ersetzt ihn deshalb durch fortlaufende Softwareprüfungen und Verschlüsselung. Weil das Terminal ausschließlich für Zahlungen gebaut ist, laufen darauf keine fremden Apps, es gibt keine Overlay-Fenster und keine Bedienungshilfen, die die PIN-Eingabe gefährden könnten.

Kosten und Vertragsstruktur in Deutschland

Klassische Terminals werden in Deutschland überwiegend gemietet, seltener gekauft. Zur Miete kommen in der Regel ein Entgelt für den Netzbetrieb, Gebühren je girocard-Transaktion und ein Disagio für Kreditkarten. Der Netzbetreiber ist dabei eine deutsche Besonderheit: Er betreibt die technische Anbindung des Terminals an die Autorisierungssysteme und ist häufig nicht identisch mit dem Acquirer. Für Händler bedeutet das mehrere Vertragsverhältnisse gleichzeitig. Typisch sind Laufzeiten von 24 bis 48 Monaten. Diese Kostenstruktur ist der Hauptgrund, warum SoftPOS und mPOS im Kleingewerbe Anteile gewinnen: Dort entfallen Miete und Netzbetreiberentgelt vollständig.

Bauformen und typische Einsatzorte

Stationäre Terminals stehen fest am Kassenplatz und hängen per Kabel am Netzwerk; sie sind die robusteste Variante für Supermärkte und Filialen. Mobile Terminals arbeiten über WLAN oder Mobilfunk und werden in Gastronomie und Lieferdiensten an den Tisch oder an die Haustür gebracht. Portable Terminals mit Basisstation sind ein Kompromiss für Restaurants. Kassenintegrierte Terminals erhalten den Betrag direkt vom Kassensystem, was Tippfehler ausschließt und die Tagesabrechnung vereinfacht. Für die Buchführung ist die Kopplung an das Kassensystem entscheidend, denn die steuerlichen Aufzeichnungspflichten treffen das Kassensystem, nicht das Terminal.

Wann sich ein Terminal gegenüber SoftPOS lohnt

Je höher der Transaktionsdurchsatz, desto eher rechnet sich ein festes Terminal. Es ist unabhängig vom Akku eines Smartphones, arbeitet mit Karten ohne NFC, verarbeitet Offline-PIN im Chipkontakt und lässt sich an Bondrucker und Kassensystem anschließen. Auch bei mehreren Kassenplätzen ist die Bedienung eindeutiger. Umgekehrt ist das Terminal die teurere Lösung für alle, die selten oder unregelmäßig kassieren: Marktstände, Handwerksbetriebe mit gelegentlicher Barzahlung vor Ort, Vereinsfeste, Pop-up-Verkäufe. Für sie sind die monatlichen Fixkosten der ausschlaggebende Nachteil, unabhängig von der Höhe der Transaktionsgebühr.

Beispiel aus der Praxis

Eine Bäckerei mit drei Filialen in Dortmund betreibt je Filiale ein kassenintegriertes Terminal. Bei rund 400 Kartenzahlungen am Tag je Filiale zählt vor allem Geschwindigkeit: Der Betrag kommt automatisch aus dem Kassensystem, der Kunde hält die girocard an das Lesefeld, der Bon läuft aus dem Kassendrucker. Ein Smartphone müsste dafür dauerhaft mit aktivem Display und NFC laufen.

Abgrenzung — womit Kartenterminal verwechselt wird

Kartenterminal und Kassensystem werden regelmäßig verwechselt. Das Kartenterminal wickelt nur den Zahlungsvorgang ab und kennt weder Artikel noch Steuersätze. Das Kassensystem erfasst den Geschäftsvorfall, berechnet die Umsatzsteuer, erstellt den Beleg und unterliegt der Kassensicherungsverordnung samt TSE-Pflicht. Ein Terminal ohne Kassensystem erfüllt keine steuerlichen Aufzeichnungspflichten, ein Kassensystem ohne Terminal nimmt keine Karten an.

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Häufige Fragen

Ist ein Kartenterminal sicherer als SoftPOS?

Es ist anders abgesichert. Das Terminal schützt PIN und Kartendaten physisch durch ein manipulationsgeschütztes Gehäuse nach PCI PTS POI. SoftPOS erreicht ein vergleichbares Schutzziel über Software: Verschlüsselung, laufende Umgebungsprüfung und Abbruch bei erkannter Manipulation, geprüft nach PCI MPoC. Beide Wege sind von den Kartensystemen zugelassen, sie unterscheiden sich in der Methode, nicht im Anspruch.

Muss ich ein Kartenterminal mieten oder kann ich es kaufen?

Beides ist möglich, in Deutschland überwiegt die Miete. Beim Kauf entfällt die monatliche Gerätemiete, das Entgelt für den Netzbetrieb und die Transaktionsgebühren bleiben jedoch bestehen. Wichtig ist die Vertragslaufzeit: Mietverträge laufen häufig 24 bis 48 Monate und lassen sich vorher nicht kündigen, auch wenn der Betrieb inzwischen auf SoftPOS umgestiegen ist.

Ersetzt ein Kartenterminal die elektronische Kasse?

Nein. Das Terminal erfasst keine Artikel, keine Steuersätze und keine Geschäftsvorfälle im Sinne der Abgabenordnung. Wer ein elektronisches Aufzeichnungssystem einsetzt, braucht dafür eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung und muss die Belegausgabepflicht erfüllen. Das Kartenterminal ist dabei nur der Zahlungsweg, nicht das Aufzeichnungssystem.

Quellen

Diesen Eintrag zitieren
SoftPOS24 Payment-Research: „Kartenterminal". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/kartenterminal/

Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.