SoftPOS
SoftPOS macht ein handelsübliches Smartphone oder Tablet ohne Zusatzhardware zum Kartenlesegerät: Die eingebaute NFC-Antenne liest…
Auch bekannt als: Apple Tap to Pay, Tap to Pay, Kontaktlos kassieren mit dem iPhone
Tap to Pay on iPhone ist Apples SoftPOS-Technologie, mit der Händler kontaktlose Karten, Apple Pay, Google Pay und Smartwatches direkt am iPhone annehmen — ohne Zusatzterminal. Sie ist keine eigenständige App, sondern eine Systemfunktion, die nur über die App eines zugelassenen Zahlungsdienstleisters nutzbar ist. Laut Stripe setzt sie ein iPhone XS oder neuer voraus, die PIN-Eingabe funktioniert ab iOS 16.4.
Der Händler öffnet die App seines Zahlungsdienstleisters, gibt den Betrag ein und hält das iPhone dem Kunden entgegen. Der Kunde legt Karte, iPhone oder Apple Watch an das obere Ende der Rückseite des Händlergeräts, wo die NFC-Antenne sitzt. Nach dem Signalton und der Vibration ist die Transaktion abgeschlossen. Ist eine PIN nötig, blendet das System ein geschütztes Eingabefeld ein, das barrierefreie Bedienung unterstützt. Apple selbst wickelt die Zahlung nicht ab: Die Autorisierung läuft über den Zahlungsdienstleister und dessen Acquirer. Apple stellt lediglich die abgesicherte Leseumgebung und schreibt vor, dass Apps vor der Freischaltung eine Einführungsanleitung anzeigen.
Apple listet für Tap to Pay on iPhone über 70 Länder und Regionen, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein. Für Deutschland nennt Apple unter anderem Adyen, Commerz Globalpay, Hobex, Mollie, myPOS, Nexi, PAYONE, Rapyd, Revolut, die Sparkassen-Finanzgruppe, Stripe, SumUp und Viva.com als unterstützende Zahlungsdienstleister. Voraussetzung auf Gerätseite ist laut Stripe ein iPhone XS oder neuer mit aktueller iOS-Version; Beta-Versionen von iOS werden nicht unterstützt. Entwickler benötigen von Apple die Berechtigung com.apple.developer.proximity-reader.payment.acceptance und müssen ihre App zur Prüfung einreichen. Ein zusätzliches Lesegerät, ein Dongle oder eine Hülle sind nicht erforderlich.
Für den deutschen Markt war die girocard lange die Lücke: Tap to Pay on iPhone startete hierzulande zunächst nur mit internationalen Kartensystemen. Am 3. September 2024 teilte die girocard-Organisation mit, dass die girocard erstmals über Tap to Pay on iPhone akzeptiert werden kann, zunächst über die Lösung der Sparkassen-Finanzgruppe. Unterstützt werden dabei sowohl die physische Karte als auch die digitale girocard im Smartphone-Wallet. Die PIN-Eingabe erfolgt auf dem Display des Händler-iPhones und enthält Optionen für barrierefreie Nutzung. Für Bäckereien, Metzgereien und Handwerksbetriebe mit überwiegend deutscher Kundschaft war das der Punkt, ab dem SoftPOS praktisch alltagstauglich wurde.
Die Funktion verarbeitet ausschließlich kontaktlose Zahlungen. Karten ohne NFC, Magnetstreifenkarten und Karten, die eine Offline-PIN im Chipkontakt verlangen, lassen sich nicht annehmen; in Kanada und Finnland betrifft das laut Stripe einen erheblichen Teil der ausgegebenen Karten. Ein Papierbeleg entsteht nicht automatisch, die Belegausgabe erfolgt digital über die App des Zahlungsdienstleisters. Es lässt sich immer nur eine aktive Leserverbindung gleichzeitig herstellen. Und die Funktion ist an das Ökosystem gebunden: Wer den Zahlungsdienstleister wechselt, wechselt auch die App, die Vertragsbedingungen und häufig die Auszahlungsfristen. Ein Wechsel des Anbieters ist damit aufwendiger als der Tausch eines Terminals.
Eine Friseurin in Wien arbeitet allein und hat keinen festen Tresen. Statt ein Terminal anzuschaffen, kassiert sie über die App ihres Zahlungsdienstleisters auf ihrem iPhone 13. Kunden halten Karte oder Apple Watch an die Rückseite des Geräts, ab 50 Euro erscheint das PIN-Feld auf dem Display. Die Belege gehen per E-Mail raus, ein Bondrucker war nie nötig.
Tap to Pay on iPhone wird oft mit Apple Pay verwechselt, ist aber das Gegenstück dazu. Apple Pay ist die Bezahlfunktion auf Kundenseite: Der Karteninhaber zahlt mit dem iPhone. Tap to Pay on iPhone ist die Annahmefunktion auf Händlerseite: Der Händler kassiert mit dem iPhone. Beide nutzen NFC, stehen aber an entgegengesetzten Enden derselben Transaktion und erfordern völlig unterschiedliche Verträge.
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Laut Stripe-Dokumentation ist ein iPhone XS oder neuer erforderlich, betrieben mit einer aktuellen iOS-Version. Die PIN-Eingabe auf dem Display wird ab iOS 16.4 unterstützt. Auf Beta-Versionen von iOS arbeitet die Funktion nicht. Ältere Modelle bis einschließlich iPhone X sind ausgeschlossen, unabhängig davon, ob sie NFC beherrschen.
Nein. Apple stellt nur die Systemfunktion bereit, es gibt keine Apple-Kassen-App. Sie benötigen die App eines Zahlungsdienstleisters, der die Funktion in Ihrem Land unterstützt. In Deutschland nennt Apple unter anderem Adyen, Commerz Globalpay, Mollie, myPOS, Nexi, PAYONE, Rapyd, Revolut, die Sparkassen-Finanzgruppe, Stripe, SumUp und Viva.com.
Ja, seit dem 3. September 2024. Die girocard-Organisation gab damals bekannt, dass die Annahme erstmals über Tap to Pay on iPhone möglich ist, zunächst über die Lösung der Sparkassen-Finanzgruppe. Angenommen werden sowohl die physische girocard als auch die digitale girocard im Wallet. Die PIN-Eingabe erfolgt auf dem Display des Händlergeräts.
SoftPOS24 Payment-Research: „Tap to Pay on iPhone". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/tap-to-pay-on-iphone/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.