Clearing
Clearing ist der Verrechnungsschritt zwischen Autorisierung und Settlement: Der Händler reicht die abgeschlossenen Umsätze ein, de…
Auch bekannt als: Zahlungsautorisierung, Authorisierung, Autorisierungsanfrage, Freigabe
Autorisierung ist der erste Schritt jeder Kartenzahlung: Die Anfrage läuft vom Terminal oder der SoftPOS-App über Acquirer und Kartensystem zur kartenausgebenden Bank, die Deckung, Sperrstatus und Betrugsrisiko prüft und in Sekundenbruchteilen freigibt oder ablehnt. Rechtlich meint § 675j Absatz 1 BGB etwas anderes: Danach ist ein Zahlungsvorgang gegenüber dem Zahler nur wirksam, wenn er ihm zugestimmt hat. Geld fließt bei der Autorisierung noch nicht.
Der Kunde hält Karte, Smartphone oder Smartwatch an das Lesegerät. Die App oder das Terminal liest die EMV-Daten aus, verschlüsselt sie und schickt eine Autorisierungsanfrage an den Netzbetreiber oder den PSP, der sie an den Acquirer weiterleitet. Der Acquirer übergibt sie an das Netz des Kartensystems, das sie zum Issuer routet. Der Issuer prüft Gültigkeit, Sperrstatus, Limit und Betrugsmuster und antwortet mit einem Code, der Freigabe, Ablehnung oder eine zusätzliche Authentifizierung bedeutet. Der gesamte Weg dauert im Normalfall unter zwei Sekunden. Erst nach Rückkehr des Freigabecodes darf das Terminal die Zahlung als erfolgreich anzeigen.
Im deutschen Recht bedeutet Autorisierung nicht die Freigabe durch die Bank, sondern die Zustimmung des Zahlers. § 675j Absatz 1 BGB bestimmt: Ein Zahlungsvorgang ist gegenüber dem Zahler nur wirksam, wenn er diesem zugestimmt hat. Fehlt diese Zustimmung, liegt ein nicht autorisierter Zahlungsvorgang vor — und nach § 675u BGB muss der Zahlungsdienstleister den Betrag unverzüglich erstatten, spätestens bis zum Ende des Geschäftstags, der auf die Anzeige folgt. Genau an dieser Vorschrift beginnt in der Praxis der Weg zur Rückbelastung: Der Issuer erstattet zuerst und holt sich den Betrag anschließend über ein Chargeback.
Seit PSD2 verlangt eine Zahlung grundsätzlich zwei unabhängige Elemente aus Wissen, Besitz und Inhärenz. Ausnahmen gibt es für kontaktlose Kleinbeträge: Im girocard-System hat die Deutsche Kreditwirtschaft die Grenze für Zahlungen ohne PIN 2020 auf 50 Euro angehoben, kumulierte Beträge und Transaktionszähler lösen unabhängig davon eine PIN-Abfrage aus. Der Effekt ist im Alltag sichtbar: Im Dezember 2025 wurden rund 88,5 Prozent aller girocard-Transaktionen kontaktlos abgewickelt. Bei SoftPOS erscheint die PIN direkt auf dem Display des Händlergeräts, was der PCI-Standard MPoC absichert.
Die Freigabe reserviert lediglich einen Betrag auf dem Verfügungsrahmen oder Guthaben des Kunden. Der eigentliche Geldfluss entsteht erst über Clearing und Settlement, nachdem der Händler den Umsatz eingereicht hat. Deshalb kann ein Betrag als reserviert im Onlinebanking auftauchen und trotzdem nie abgebucht werden — etwa bei einem Kaufabbruch. Visa verlangt in solchen Fällen, dass nicht genutzte Autorisierungen binnen 24 Stunden storniert werden, sobald die Transaktion nicht abgeschlossen wird oder die Summe der Autorisierungen den Endbetrag übersteigt. Ohne Storno bleibt der Betrag beim Kunden blockiert.
Eine Kundin zahlt am Marktstand 12,40 Euro kontaktlos mit der girocard. Da der Betrag unter 50 Euro liegt, entfällt die PIN. Die SoftPOS-App schickt die Anfrage an den Acquirer, der Issuer gibt frei, das Display zeigt nach gut einer Sekunde die Bestätigung. Auf dem Konto der Kundin erscheint der Betrag zunächst nur als Reservierung; gebucht wird er erst mit dem Clearing am Folgetag.
Autorisierung wird regelmäßig mit Authentifizierung und mit Abbuchung verwechselt. Authentifizierung beantwortet die Frage, ob der Zahlende der berechtigte Karteninhaber ist — per PIN, Fingerabdruck oder 3-D Secure. Autorisierung beantwortet, ob die Zahlung freigegeben wird. Die Abbuchung folgt erst über Clearing und Settlement. Eine erfolgreiche Autorisierung garantiert dem Händler also die Freigabe, nicht automatisch die endgültige Gutschrift.
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Eine Präautorisierung reserviert vorab einen geschätzten Betrag auf dem Verfügungsrahmen oder Guthaben des Karteninhabers, ohne ih…
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Das hängt vom Kartensystem und der Branche ab. Visa nennt für geschätzte Autorisierungen bei Hotels, Autovermietungen und Kreuzfahrten 30 Tage, für Kartenpräsenz-Transaktionen 5 Tage und für Transaktionen ohne physische Karte 10 Tage. Läuft die Frist ab, ohne dass der Umsatz eingereicht wurde, verfällt die Freigabe und die Reservierung wird aufgehoben.
Bei einer Offline-Transaktion prüft der Chip die Zahlung anhand von Limits und Risikoregeln ohne Onlineverbindung zum Issuer, der Umsatz wird später nachgereicht. Das Ausfallrisiko trägt dann in aller Regel der Händler. SoftPOS-Lösungen unterstützen dieses Verfahren typischerweise nicht, weil sie eine bestehende Internetverbindung voraussetzen.
Weil eine Autorisierung erfolgreich war, der Umsatz danach aber nicht eingereicht wurde — etwa bei einem abgebrochenen Kauf, einem Tankvorgang mit Vorabreservierung oder einer Identitätsprüfung. Der Händler muss solche Autorisierungen stornieren; Visa verlangt das binnen 24 Stunden. Geschieht das nicht, verfällt die Reservierung nach Ablauf der Gültigkeitsfrist automatisch.
SoftPOS24 Payment-Research: „Autorisierung". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/autorisierung/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.