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Was ist Präautorisierung?

Auch bekannt als: Vorautorisierung, Pre-Authorization, Estimated Authorization, Kartenreservierung

Definition

Eine Präautorisierung reserviert vorab einen geschätzten Betrag auf dem Verfügungsrahmen oder Guthaben des Karteninhabers, ohne ihn abzubuchen. Der endgültige Betrag steht erst später fest und wird dann als eigentliche Zahlung eingereicht. Typisch ist das Verfahren bei Hotels, Autovermietungen, Tankautomaten und Kreuzfahrten. Nicht genutzte Beträge müssen storniert werden, sonst bleibt das Geld des Kunden bis zum Fristablauf blockiert.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-Research Geprüft: 2026-08-15 Quellen: 3 Kategorie: Zahlungskette & Beteiligte

Estimated und Incremental Authorization

Technisch handelt es sich um eine geschätzte Autorisierung. Visa verlangt, dass es sich um eine echte Schätzung handelt und keinen beliebig gegriffenen Betrag; ausdrücklich nicht enthalten sein dürfen Nebenposten wie Trinkgeld oder ein pauschaler Puffer für mögliche Schäden. Reicht der reservierte Betrag im Verlauf nicht aus, kann der Händler zusätzliche Autorisierungen nachschieben — sogenannte Incremental Authorizations, in ihrer Anzahl nicht begrenzt, solange sie innerhalb des Gültigkeitsfensters erfolgen. Am Ende wird der tatsächliche Betrag eingereicht, und die Differenz zur Reservierung muss freigegeben werden.

Wie lange eine Reservierung gilt

Die Gültigkeit hängt von der Branche ab. Visa nennt für Lodging, Vehicle Rental und Kreuzfahrten 30 Tage ab Genehmigung der geschätzten Autorisierung, für Rental-Kategorien und Transaktionen ohne physische Karte jeweils 10 Tage und für Transaktionen mit physischer Karte 5 Tage. Tankstellen laufen über ein eigenes Verfahren für Automated Fuel Dispenser und nutzen keine geschätzten Autorisierungen für die Erstfreigabe. Kunden erleben davon vor allem die Rückseite: American Express nennt für die Reservierungsdauer häufig fünf bis sieben Tage und weist zugleich darauf hin, dass kein einheitliches Standardzeitlimit existiert.

Beträge aus dem Alltag: Hotel, Mietwagen, Tankstelle

An Tankautomaten in Deutschland werden je nach Station und Auswahl typischerweise 80, 120 oder 300 Euro reserviert, bevor überhaupt gezapft wird; nach dem Tankvorgang wird die Differenz zum tatsächlichen Betrag freigegeben. Bei Mietwagen bemisst sich die Kaution nach Fahrzeuggruppe und Zahlungsart. Sixt weist darauf hin, dass bei Kreditkarten der Betrag lediglich auf dem Kartenlimit reserviert wird, während er bei Debitkarten sofort abgebucht wird und das verfügbare Guthaben blockiert — die Freigabe dauert je nach Bank meist 5 bis 10 Werktage. Hotels reservieren üblicherweise den Zimmerpreis zuzüglich eines geschätzten Betrags für Zusatzleistungen.

Stornopflichten und der Ärger mit doppelten Beträgen

Wird eine Transaktion nicht abgeschlossen oder übersteigt die Summe der Autorisierungen den endgültigen Betrag, verlangt Visa vom Händler eine Stornierung binnen 24 Stunden. Geschieht das nicht, bleibt der Betrag bis zum Ablauf der Gültigkeitsfrist reserviert — bei Debitkarten fühlt sich das für den Kunden wie eine doppelte Belastung an, weil Reservierung und tatsächliche Abbuchung gleichzeitig sichtbar sind. Für Händler ist das ein Servicethema mit Kostenfolge: Beschwerden, Rückfragen und im schlechtesten Fall ein Chargeback. Ob eine SoftPOS-App Präautorisierungen überhaupt unterstützt, ist anbieterabhängig und sollte vor Vertragsabschluss geprüft werden.

Beispiel aus der Praxis

Ein Gast checkt für drei Nächte zu 140 Euro in ein Salzburger Hotel ein. Die Rezeption reserviert 420 Euro plus 100 Euro für Minibar und Restaurant. Beim Auschecken beträgt die Rechnung 465 Euro; dieser Betrag wird eingereicht, die Differenz von 55 Euro muss freigegeben werden. Auf dem Konto des Gastes verschwindet die Reservierung je nach Bank erst mehrere Tage später.

Abgrenzung — womit Präautorisierung verwechselt wird

Eine Präautorisierung ist keine Anzahlung und keine Kaution im rechtlichen Sinn: Es wechselt kein Geld den Besitzer, der Betrag wird lediglich blockiert. Von der normalen Autorisierung unterscheidet sie sich dadurch, dass der Endbetrag noch nicht feststeht und später abweichen darf. Und sie ist keine Bonitätsprüfung — sie sagt nur aus, dass zum Zeitpunkt der Anfrage genug Verfügungsrahmen vorhanden war, nicht dass er es am Ende noch ist.

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Häufige Fragen

Wann wird der reservierte Betrag wieder frei?

Im Regelfall dann, wenn der Händler die tatsächliche Transaktion einreicht und die Differenz storniert. Visa verlangt das binnen 24 Stunden. Unterbleibt die Stornierung, verfällt die Reservierung erst mit Ablauf der Gültigkeitsfrist des Kartensystems. Bei Mietwagenkautionen nennt Sixt für die Freigabe je nach Bank meist 5 bis 10 Werktage.

Warum funktioniert eine Debitkarte hier schlechter als eine Kreditkarte?

Weil bei einer Kreditkarte nur das Kartenlimit belastet wird, das Girokonto aber unberührt bleibt. Bei einer Debitkarte wird der Betrag laut Sixt sofort abgebucht und blockiert damit verfügbares Guthaben. Bei hohen Kautionen — Mietwagen, Hotel — kann das die Liquidität des Kunden für Tage einschränken, obwohl die Leistung noch gar nicht abgerechnet ist.

Darf ein Hotel mehr reservieren als den Zimmerpreis?

Ja, ein Aufschlag für erwartete Zusatzleistungen wie Restaurant oder Minibar ist üblich. Nach den Visa-Vorgaben muss es sich aber um eine echte Schätzung handeln; ausdrücklich unzulässig sind Nebenposten wie Trinkgeld oder ein pauschaler Puffer für mögliche Schäden. Ein willkürlich hoher Sicherheitsbetrag ist damit regelwidrig.

Quellen

Diesen Eintrag zitieren
SoftPOS24 Payment-Research: „Präautorisierung". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/praeautorisierung/

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