NFC
NFC ist eine Funktechnik für sehr kurze Distanzen, die auf 13,56 Megahertz arbeitet und Daten nur über wenige Zentimeter überträgt…
Auch bekannt als: Europay, Mastercard, Visa, EMV-Standard, EMV-Chip, Chipkartenstandard, EMVCo-Spezifikationen
EMV ist das weltweite Regelwerk für Chipkartenzahlungen und legt fest, welche Daten Karte und Lesegerät austauschen, wie die Karte ihre Echtheit nachweist und wie der Karteninhaber verifiziert wird. Der Name geht auf die Gründerunternehmen Europay, Mastercard und Visa zurück. Gepflegt werden die Spezifikationen seit 1999 von EMVCo, das heute sechs Kartensystemen gemeinsam gehört.
Der entscheidende Unterschied zum Magnetstreifen ist das dynamische Kryptogramm. Ein Magnetstreifen enthält statische Daten, die sich kopieren lassen; ein EMV-Chip berechnet dagegen bei jeder Zahlung mit seinem geheimen Schlüssel einen Prüfwert, der nur für diese eine Transaktion gilt. Der Chip ist damit nicht klonbar. Zusätzlich handeln Karte und Terminal aus, wie der Karteninhaber verifiziert wird — durch PIN, durch Wallet-Authentifizierung auf dem Kundengerät oder ohne Prüfung unterhalb der Kontaktlos-Grenze. Auch die Entscheidung, ob eine Transaktion online autorisiert oder offline zugelassen wird, folgt EMV-Regeln, die zwischen Karte, Terminal und Kartensystem abgestimmt sind.
EMVCo wurde 1999 gegründet und gehört gemeinsam American Express, Discover, JCB, Mastercard, UnionPay und Visa. Die Organisation entwickelt und veröffentlicht die EMV-Spezifikationen und die zugehörigen Testverfahren mit dem Ziel weltweiter Interoperabilität. Der Umfang reicht weit über die Chipkarte hinaus: EMVCo verantwortet Spezifikationen für kontaktbehaftete Chips, für kontaktlose Zahlungen, für 3-D Secure im Onlinehandel, für Payment Tokenisation, für QR-Code-Zahlungen und für Secure Remote Commerce. Wer heute von EMV spricht, meint deshalb selten nur den goldenen Kontaktchip, sondern das gesamte Regelwerk hinter praktisch jeder Kartenzahlung.
Kontaktloses Zahlen ist kein eigenes Verfahren, sondern EMV über eine andere Übertragungsstrecke. Statt über die Kontaktflächen des Chips laufen dieselben Kommandos per NFC. Deshalb kann eine SoftPOS-App auf einem Smartphone dieselbe Prüfung vornehmen wie ein festes Terminal: Sie liest den Chip aus, empfängt das Kryptogramm und leitet die Autorisierungsanfrage weiter. Die Grenze liegt dort, wo EMV den physischen Kontakt verlangt — etwa bei Karten mit reiner Offline-PIN, die eingesteckt werden müssen. Solche Karten sind in Deutschland selten, in Kanada und Finnland laut Stripe jedoch verbreitet und mit SoftPOS nicht nutzbar.
Die EMV-Regeln entscheiden mit darüber, wer bei einer betrügerischen Zahlung haftet. Verarbeitet ein Händler eine Zahlung nach den Vorgaben seines Kartensystems und mit korrekt durchgeführter Kundenverifikation, trägt in der Regel nicht er das Ausfallrisiko. Umgekehrt kann eine unsachgemäß erzwungene Ausweichlösung — etwa das Umgehen einer verlangten PIN — dazu führen, dass die Zahlung später zurückbelastet wird. Für SoftPOS-Nutzer heißt das konkret: Bricht die PIN-Erfassung ab, ist der richtige Weg ein neuer Versuch oder ein anderer Zahlweg, nicht das Absenken des Betrags unter die Kontaktlos-Grenze in mehreren Teilbeträgen.
Ein Weingut in der Pfalz verkauft beim Hoffest per SoftPOS. Ein niederländischer Gast zahlt 84 Euro mit Maestro-Debitkarte. Weil der Betrag über der Kontaktlos-Grenze liegt, verlangen die EMV-Regeln eine Kundenverifikation: Das PIN-Feld erscheint auf dem Händler-Smartphone. Die Karte erzeugt dabei ein Kryptogramm, das nur für diese eine Zahlung gültig ist und sich nicht wiederverwenden lässt.
EMV und NFC werden häufig durcheinandergebracht. NFC ist die Funkstrecke, also die Frage, wie Daten übertragen werden. EMV bestimmt, welche Daten übertragen werden und nach welchen Regeln Karte und Terminal miteinander verhandeln. Eine Zahlung kann EMV-konform über den Kontaktchip erfolgen, ganz ohne NFC — und NFC lässt sich für Türöffner oder Tickets nutzen, ganz ohne EMV.
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EMV steht für Europay, Mastercard und Visa — die drei Unternehmen, die den Chipkartenstandard ursprünglich gemeinsam entwickelt haben. Europay ging später in Mastercard auf. Gepflegt wird der Standard seit 1999 von EMVCo, das inzwischen sechs Kartensystemen gehört: American Express, Discover, JCB, Mastercard, UnionPay und Visa.
Ja. Kontaktlose Zahlungen folgen denselben EMV-Regeln, sie nutzen lediglich NFC statt der Kontaktflächen des Chips als Übertragungsweg. Karte und Terminal tauschen dieselben Kommandos aus, die Karte erzeugt dasselbe transaktionsgebundene Kryptogramm. Deshalb kann eine SoftPOS-App dieselbe Prüfung vornehmen wie ein festes Kartenterminal.
Manche Karten verlangen nach EMV-Regeln eine Offline-PIN, die zwingend über den physischen Chipkontakt geprüft wird. SoftPOS kann Karten aber nur kontaktlos lesen und besitzt keinen Chipschlitz. Laut Stripe betrifft das insbesondere viele in Kanada und Finnland ausgegebene Karten. In diesen Fällen hilft nur ein anderes Zahlungsmittel oder ein Gerät mit Chipschlitz.
SoftPOS24 Payment-Research: „EMV". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/emv/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.