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Was ist QR-Code-Zahlung?

Auch bekannt als: QR-Zahlung, Bezahlen per QR-Code, GiroCode, QR-Rechnung

Definition

Bei einer QR-Code-Zahlung werden die Zahlungsdaten optisch übertragen statt per Funk: Entweder zeigt der Händler einen Code, den der Kunde mit seiner App scannt, oder der Kunde zeigt einen Code, den der Händler einliest. Die zugrunde liegende Codesymbolik ist in ISO/IEC 18004 genormt; für Zahlungsinhalte veröffentlicht EMVCo eigene Spezifikationen für beide Richtungen.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-Research Geprüft: 2026-08-15 Quellen: 3 Kategorie: Technik & Übertragung

Die zwei Grundvarianten

EMVCo unterscheidet zwei Modi. Beim händlerpräsentierten Verfahren zeigt der Händler den Code — auf einem Aufsteller, einem Display oder einem Bon. Der Kunde scannt ihn mit seiner Bank- oder Wallet-App, sieht Empfänger und Betrag und gibt die Zahlung frei. Der Vorteil: Auf Händlerseite genügt ein bedruckter Aufkleber, es braucht kein Gerät. Beim kundenpräsentierten Verfahren zeigt umgekehrt der Kunde einen Code in seiner App, den der Händler mit Scanner oder Kamera einliest. Diese Variante ähnelt im Ablauf der Kartenzahlung, weil der Händler die Transaktion auslöst, setzt aber ein Lesegerät oder eine Kamera-App voraus.

Was im deutschsprachigen Raum tatsächlich genutzt wird

Die im DACH-Raum verbreitetsten QR-Verfahren sind keine Kartenzahlungen, sondern Überweisungen. Der European Payments Council veröffentlicht mit EPC069-12 Richtlinien für QR-Codes, die eine SEPA-Überweisung vorbefüllen; in Deutschland ist das als GiroCode auf Rechnungen und Spendenaufrufen verbreitet. In der Schweiz löste die QR-Rechnung die alten Einzahlungsscheine ab. Für den Ladenverkauf spielen QR-Zahlungen im DACH-Raum dagegen eine untergeordnete Rolle — anders als in China, Indien oder Brasilien, wo sie das dominierende Verfahren sind. Für Händler bleibt der QR-Code hierzulande vor allem ein Werkzeug für Rechnungen, Anzahlungen und Belegausgabe.

QR-Zahlung im Zusammenspiel mit SoftPOS

Beide Verfahren schließen sich nicht aus. Stripe gibt für Tap to Pay auf iPhone und Android ausdrücklich an, dass neben kontaktlosen Karten und NFC-Wallets auch QR-basierte Zahlungsarten unterstützt werden. In der Praxis dient der QR-Code dabei häufig als Auffanglösung: Scheitert die kontaktlose Zahlung, weil eine Karte eine Offline-PIN verlangt oder kein NFC unterstützt, lässt sich derselbe Betrag über einen Zahlungslink als Code anzeigen. Ebenfalls verbreitet ist die Belegausgabe per QR-Code — der Kunde scannt und erhält den digitalen Bon, was die Belegausgabepflicht ohne Bondrucker erfüllt.

Vor- und Nachteile gegenüber NFC

QR-Codes sind extrem anspruchslos an die Hardware: Ein Ausdruck genügt, ein defektes Gerät lässt sich in Minuten ersetzen, und es gibt keine Anforderungen an Betriebssystemversionen. Sie funktionieren zudem auf Geräten ohne NFC. Dem stehen praktische Nachteile gegenüber: Der Ablauf dauert länger, weil der Kunde die App öffnen, scannen und bestätigen muss; schlechte Lichtverhältnisse, Displayspiegelungen und beschädigte Aufkleber stören den Vorgang. Sicherheitsrelevant ist das Überkleben statischer Codes mit fremden Empfängerdaten — ein Angriff, den es bei NFC-Kartenzahlungen nicht gibt. Dynamisch erzeugte Codes mit festem Betrag verringern dieses Risiko deutlich.

Beispiel aus der Praxis

Ein Handwerksbetrieb in Ulm druckt auf jede Rechnung einen GiroCode. Der Kunde scannt ihn mit seiner Banking-App, IBAN, Betrag und Verwendungszweck sind vorausgefüllt, es bleibt nur die Freigabe. Zahlendreher bei der IBAN und falsche Verwendungszwecke entfallen — und damit der häufigste Grund, warum Zahlungen im Betrieb nicht automatisch zugeordnet werden können.

Abgrenzung — womit QR-Code-Zahlung verwechselt wird

QR-Code-Zahlung wird oft mit kontaktloser Kartenzahlung in einen Topf geworfen. Der Unterschied liegt in Übertragungsweg und Zahlungsart: NFC überträgt EMV-Kartendaten per Funk, der QR-Code überträgt optisch meist Überweisungsdaten oder einen Zahlungslink. Beim GiroCode fließt kein Kartenzahlungsverkehr, sondern eine SEPA-Überweisung — es entstehen also weder Interchange noch Disagio, dafür gibt es auch keine sofortige Autorisierung.

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Häufige Fragen

Ist eine QR-Code-Zahlung eine Kartenzahlung?

Nicht zwangsläufig. In Asien und Lateinamerika sind QR-Zahlungen meist Kontoüberweisungen oder Wallet-Buchungen. Im deutschsprachigen Raum steht der QR-Code überwiegend für eine vorbefüllte SEPA-Überweisung, etwa den GiroCode auf einer Rechnung. Es gibt aber auch QR-Verfahren, die auf Kartenkonten aufsetzen; entscheidend ist, welches Zahlverfahren dahintersteht, nicht der Code selbst.

Kann ich QR-Zahlungen mit SoftPOS kombinieren?

Ja. Stripe gibt für Tap to Pay auf iPhone und Android an, dass neben kontaktlosen Karten und NFC-Wallets auch QR-basierte Zahlungsarten unterstützt werden. In der Praxis dient der QR-Code als Auffanglösung, wenn eine Karte kontaktlos nicht funktioniert, und als Weg zur digitalen Belegausgabe ohne Bondrucker.

Wie sicher sind QR-Codes am Kassenplatz?

Das Hauptrisiko ist das Überkleben: Ein statischer Aufsteller lässt sich mit einem fremden Code überdecken, sodass Zahlungen an ein anderes Konto gehen. Dynamisch erzeugte Codes mit festem Betrag und angezeigtem Empfängernamen verringern dieses Risiko erheblich. Kontrollieren Sie statische Aufsteller regelmäßig und weisen Sie Kunden an, den angezeigten Empfänger vor der Freigabe zu prüfen.

Quellen

Diesen Eintrag zitieren
SoftPOS24 Payment-Research: „QR-Code-Zahlung". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/qr-code-zahlung/

Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.