SoftPOS
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Auch bekannt als: SoftPOS als White Label, SoftPOS-SDK, SoftPOS-Enabler, OEM-SoftPOS
White-Label-SoftPOS ist eine fertig entwickelte und sicherheitsattestierte SoftPOS-Technologie, die ein Spezialanbieter an Banken, Zahlungsdienstleister oder Softwarehäuser lizenziert. Diese bringen die Lösung unter eigenem Namen und eigenem Design auf den Markt. Der Händler sieht die Marke seines Anbieters, die zugrunde liegende Kartenlese- und PIN-Technik stammt jedoch von einem Dritten, der die MPoC-Attestierung hält.
Eine eigene SoftPOS-Lösung zu bauen ist aufwendig: Sie erfordert Kryptografie-Kompetenz, Angriffserkennung auf Geräteebene, laufende Anpassung an neue Android- und iOS-Versionen sowie eine kostspielige Sicherheitsattestierung nach PCI MPoC, die regelmäßig erneuert werden muss. Für eine Regionalbank oder ein Kassensoftwarehaus rechnet sich dieser Aufwand nicht. Spezialisierte Enabler entwickeln die Technik einmal und lizenzieren sie mehrfach. Der Lizenznehmer integriert ein SDK in seine bestehende App, ergänzt Logo, Farben und Preismodell und tritt gegenüber dem Händler als alleiniger Anbieter auf. Damit erklärt sich, warum sich viele Angebote im Markt funktional und optisch stark ähneln.
Der zuverlässigste Prüfpunkt ist die Attestierung. In der SoftPOS24-Anbieterdatenbank weisen nur 5 der erfassten Anbieter eine eigenständige PCI-MPoC-Listung aus, während 7 weitere über die Listung einer Partnertechnologie abgedeckt sind. Wer im Impressum, in den AGB oder in den Lizenzhinweisen der App den Namen eines Dritten findet, hat es mit einer White-Label-Lösung zu tun. Auch identische Geräteanforderungen, identische Fehlermeldungen oder eine identische PIN-Oberfläche bei nominell konkurrierenden Anbietern sind Indizien. Von den 121 erfassten Anbietern sind 16 reine Infrastruktur-Enabler ohne eigenes Händlergeschäft — sie liefern genau diese Basistechnologie.
Für Händler ist White Label nicht per se schlechter. Die Sicherheitsprüfung findet auf Technologieebene statt, nicht auf Markenebene; eine lizenzierte, MPoC-attestierte Technik ist ebenso geprüft wie eine selbst entwickelte. Vorteile ergeben sich, wenn die vertraute Hausbank die Lösung anbietet und Konto, Auszahlung und Support aus einer Hand kommen. Risiken liegen in der Abhängigkeitskette: Stellt der Technologiegeber den Betrieb ein, verliert der Lizenznehmer seine Grundlage, und der Händler erfährt davon zuletzt. Auch bei Störungen kann der Support länger dauern, weil der Vertragspartner die Ursache nicht selbst beheben kann.
Ein Handwerksbetrieb in Linz bekommt von seiner Hausbank eine Kassier-App im Bankdesign angeboten. In den Lizenzhinweisen der App steht der Name eines internationalen Technologieanbieters. Funktional ist es dieselbe Technik, die drei weitere Banken unter eigenem Namen vertreiben. Für den Betrieb zählt am Ende, dass Vertrag, Auszahlung und Support bei der Bank liegen, die er ohnehin kennt.
White-Label-SoftPOS wird oft mit einem Wiederverkäufer-Modell verwechselt. Ein Reseller vertreibt die Lösung unter dem Namen des Herstellers und tritt nur als Vermittler auf. Beim White Label tritt der Lizenznehmer selbst als Anbieter auf, stellt Verträge, Rechnungen und Support und bestimmt das Preismodell — der Technologiegeber bleibt für den Händler unsichtbar. Entscheidend ist, wer Vertragspartner des Händlers ist.
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Nicht grundsätzlich. Geprüft wird die Technologie, nicht die Marke. Eine lizenzierte Lösung mit gültiger MPoC-Attestierung erfüllt dieselben Anforderungen wie eine selbst entwickelte. Wichtiger als die Frage nach Eigenentwicklung ist deshalb, ob überhaupt eine gültige Attestierung existiert — sei es beim Anbieter selbst oder nachweislich beim Technologiepartner.
Prüfen Sie die Lizenzhinweise in der App, das Impressum und die AGB auf den Namen eines Dritten. Ein weiteres Indiz sind identische Geräteanforderungen, identische Fehlertexte oder eine identische PIN-Oberfläche bei mehreren nominell konkurrierenden Anbietern. Fragen Sie im Zweifel direkt nach, auf wessen PCI-MPoC-Listung die Lösung beruht.
SoftPOS24 Payment-Research: „White-Label-SoftPOS". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/white-label-softpos/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.