Disagio
Das Disagio ist der prozentuale Abschlag, den der Acquirer vom Kartenumsatz einbehält, bevor er dem Händler gutschreibt. Es umfass…
Auch bekannt als: Transaktionsentgelt, Gebühr je Zahlung, Festbetrag je Transaktion, Autorisierungsentgelt
Die Transaktionsgebühr ist das Entgelt, das je einzelner Kartenzahlung anfällt. Sie besteht meist aus einem prozentualen Anteil am Umsatz und häufig zusätzlich aus einem Festbetrag, etwa 0,05 Euro je Vorgang. Bei kleinen Rechnungsbeträgen ist der Festbetrag der wirksamere Kostenhebel als der Prozentsatz — er verteuert einen Vier-Euro-Bon um weitere 1,25 Prozent.
Der prozentuale Anteil skaliert mit dem Umsatz, der Festbetrag nicht. Genau daraus entsteht die Verzerrung, die im Preisvergleich am häufigsten übersehen wird. Ein Satz von 1,69 Prozent kostet auf einen Bon von 100 Euro 1,69 Euro und auf einen Bon von 4 Euro 6,76 Cent. Ein Festbetrag von 5 Cent kostet in beiden Fällen 5 Cent — auf den großen Bon sind das 0,05 Prozent, auf den kleinen 1,25 Prozent. Die effektive Belastung des kleinen Bons steigt damit von 1,69 auf 2,94 Prozent. Wer viele kleine Beträge kassiert, sollte deshalb zuerst auf den Festbetrag und erst danach auf den Prozentsatz sehen.
Der Fixanteil bildet die transaktionsbezogenen Kosten des Anbieters ab: Autorisierungsanfrage, Clearing, Betrugsprüfung, Buchungssatz. Diese Kosten sind weitgehend unabhängig von der Höhe des Betrags. Die Bundesbank weist für die girocard 0,18 Euro Transaktions- und Dienstleistungsgebühren je Zahlung aus, dazu 0,30 Euro Zeitaufwand und 0,13 Euro Gerätekosten — zusammen 0,60 Euro. Auch dort dominiert also der betragsunabhängige Teil. Für Händler mit niedrigem Durchschnittsbon ist das die entscheidende Größe: Die Studie beziffert die Kosten der Barzahlung auf 0,43 Euro je Transaktion, aber 2,3 Prozent vom Umsatz — weil der durchschnittliche Barbon nur 19,07 Euro beträgt.
Reine Prozentmodelle ohne Fixanteil sind im Kleinkundensegment verbreitet, aber nicht die Regel. Belegte Beispiele mit Fixanteil zeigen die Größenordnung: Nexi berechnet in der Schweiz 1,49 Prozent plus 0,02 CHF je Transaktion. Reine Prozentsätze reichen von 0,57 Prozent in Brasilien über 0,89 Prozent in Deutschland (Sparkasse POS, PAYONE) und 1,69 Prozent (Viva.com) bis 2,50 Prozent (Clover), 2,60 Prozent (Square), 2,90 Prozent (Mollie) und 2,99 Prozent (Mercado Pago). Nur 36 von 121 erfassten Anbietern veröffentlichen überhaupt einen bezifferten Satz — bei den übrigen bleibt die Kalkulation bis zum Vertriebsgespräch offen.
Vergleichbar wird ein Angebot erst über die effektive Belastung beim eigenen Bonprofil. Die Rechnung ist einfach: Prozentsatz plus Festbetrag geteilt durch den durchschnittlichen Bon. Bei 1,69 Prozent und 5 Cent auf einen Durchschnittsbon von 8 Euro ergibt das 1,69 plus 0,625, also 2,32 Prozent effektiv. Bei einem Durchschnittsbon von 60 Euro sind es 1,77 Prozent. Ein Anbieter mit 1,99 Prozent ohne Festbetrag ist im ersten Fall günstiger, im zweiten teurer. Wer diese Rechnung nicht macht, wählt anhand einer Zahl, die für seinen Betrieb nicht gilt.
Eine Bäckerei verkauft 60 Mal am Tag für durchschnittlich 4,20 Euro per Karte, also 252 Euro Tagesumsatz und rund 5.500 Euro im Monat bei 1.320 Transaktionen. Bei 1,69 Prozent plus 0,05 Euro fallen 92,95 Euro plus 66,00 Euro an, zusammen 158,95 Euro — eine effektive Belastung von 2,89 Prozent. Ein Anbieter mit 1,99 Prozent ohne Festbetrag käme auf 109,45 Euro und wäre trotz höherem Prozentsatz um 49,50 Euro günstiger.
Die Transaktionsgebühr ist nicht das Disagio. Das Disagio bezeichnet den prozentualen Abschlag vom Umsatz; die Transaktionsgebühr umfasst darüber hinaus den Festbetrag je Vorgang. Ebenfalls zu trennen ist die Grundgebühr — sie fällt monatlich unabhängig von der Zahl der Zahlungen an. Und sie ist nicht der Interchange: Dieser ist nur ein Bestandteil des prozentualen Anteils und fließt an die kartenausgebende Bank.
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Die Merchant Discount Rate ist der Gesamtsatz, den ein Händler seinem Acquirer für die Annahme von Kartenzahlungen zahlt. Sie setz…
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Terminalmiete ist das laufende Entgelt für die Überlassung eines Kartenterminals, meist monatlich abgerechnet und häufig an eine f…
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Interchange ist der Teil der Kartengebühr, den der Acquirer des Händlers bei jeder Kartenzahlung an die kartenausgebende Bank abfü…
Weil er nicht mit dem Bon skaliert. Fünf Cent auf einen Kaffee für 3,50 Euro sind 1,43 Prozent zusätzlich, auf eine Rechnung über 350 Euro nur 0,014 Prozent. Betriebe mit niedrigem Durchschnittsbon — Bäckereien, Kioske, Imbisse, Marktstände — zahlen deshalb effektiv oft deutlich mehr als den beworbenen Prozentsatz. Prüfen Sie den Fixanteil zuerst.
Addieren Sie zum Prozentsatz den Festbetrag geteilt durch Ihren durchschnittlichen Bon. Bei 1,69 Prozent, 0,05 Euro Festbetrag und 8 Euro Durchschnittsbon sind das 1,69 plus 0,625, also 2,32 Prozent. Wiederholen Sie die Rechnung für jedes Angebot mit denselben Werten — erst dann sind Angebote vergleichbar.
Ja, reine Prozentmodelle sind im Kleinkundensegment verbreitet. Belegte Beispiele ohne ausgewiesenen Fixanteil reichen von 0,89 Prozent in Deutschland bis 2,99 Prozent in Lateinamerika. Achten Sie dabei auf andere Fixkosten: monatliche Grundgebühr, Entgelte für Sofortauszahlungen und Aufschläge auf Firmen- und Auslandskarten können den Vorteil wieder aufzehren.
SoftPOS24 Payment-Research: „Transaktionsgebühr". In: SoftPOS24 Payment-Glossar, Stand 2026-08-15. https://www.softpos24.com/glossar/transaktionsgebuehr/Teil des SoftPOS24 Payment-Glossars mit 71 Fachbegriffen zu SoftPOS, Kartenzahlung und Zahlungsverkehr. Fehler entdeckt? Korrektur melden — wir prüfen jede Meldung.